Sport Kommentar: Erfrischend mutig

Der 1. FC Kaiserslautern belohnt sich in Leipzig für eine herausragende Leistung. Der Erfolg ist auch für Trainer Konrad Fünfstück ganz wichtig.

Welch eine Überraschung nach denkbar schlechten Voraussetzungen mit einer ewig langen Busreise wegen des Flugbegleiter-Streiks: Der ersatzgeschwächte 1. FC Kaiserslautern gewann mit viel Herz 2:0 bei RB Leipzig. Die Mannschaft belohnte sich für eine kämpferisch und läuferisch herausragende Leistung und hatte im 22 Jahre jungen Marius Müller einen Torhüter mit Bundesligaformat. „Ohne Kampf hast du bei einem Gegner dieser Qualität keine Chance“, sagte Sascha Mockenhaupt, der mit seiner Schnelligkeit zum idealen Gegengift für RB-Torjäger Davie Selke wurde. „Wir haben gut gestanden, sehr gut gearbeitet und endlich auch unsere Chancen genutzt“, meinte Stipe Vucur, der den nach Leipzig abgewanderten, gestern gesperrten Willi Orban vergessen macht, wenn er so arbeitet. Der FCK funktionierte als Mannschaft. Da schlossen Michael Schulze und der erfrischend mutige Lukas Görtler die rechte Flanke, links funktionierte das Gespann Chris Löwe/Ruben Jenssen. Debütant Tino Schmidt machte couragiert mit. Spielerisch und kämpferisch war Daniel Halfar auch gestern ein Vorbild, ein klasse Kapitän. Mit ihm im Rücken tat Mateusz Klich einen Schritt nach vorn. Seine jüngsten Leistungen müssen der Anspruch an das bisweilen schlampige Genie sein. Die Dienstreise nach Leipzig – ganz, ganz wichtig auch für den jungen FCK-Trainer. Siege sind die besten Argumente für jeden Coach. So durfte Konrad Fünfstück erleichtert durchatmen, die Freude mit seinen Jungs genießen. Die Zeit bis zum Heimspiel gegen den FSV Frankfurt am 22. November wird er akribisch zu nutzen versuchen.