Meinung
Klare Haltung zu Rassimus: Mehr Kompanys täten der Bundesliga gut
Kürzlich pries Patron Uli Hoeneß Trainer Vincent Kompany „als Sechser im Lotto mit Zusatzzahl“, bezog sich auf dessen Fähigkeiten als Trainer, aber auch als Mensch.
Vincent Kompany hat diese Einschätzung am Freitag unterstrichen. Aus dem Stegreif hielt er eine knapp zwölfminütige Rede gegen Rassismus, die so sicher nicht vorbereitet war. Weil ihm das Thema so wichtig war, bat er darum, nicht weiter auf sportliche Belange vor dem Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt einzugehen.
Was war vorgefallen? In der hitzigen Champions-League-Partie zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid soll Benfica-Spieler Gianluca Prestianni den Madrider Angreifer Vinicius Junior rassistisch beleidigt haben. Es steht Aussage gegen Aussage, der Argentinier bestreitet den Vorwurf. Andere Spieler wollen das auch gehört haben. Seit Samstag kursiert die Meldung, die Beleidigung könnte „homophob“ gewesen sein.
Außergewöhnlicher Monolog
Kompanys Monolog war aus verschiedenen Gründen außergewöhnlich. Er selbst, früher Kapitän der belgischen Nationalmannschaft, wurde Opfer solcher Attacken, genau so wie sein Vater, erzählte er. Kompany ergriff Partei für Vinicius Junior. An dessen Reaktion las er ab, dass tatsächlich etwas vorgefallen war. Sehr stark war die Rede auch, als er sich mit Benfica-Trainer José Mourinho auseinandersetzte. Er kritisierte den Kollegen. Und natürlich, Mourinhos Aussage ist Unsinn. Benfica könne gar nicht rassistisch sein, weil der beste Spieler der Klubgeschichte, Eusébio, dereinst in Mosambik geboren wurde. Das wäre, als würde man argumentieren, in Kaiserslautern, Hamburg und München könne es keine Verfehlungen geben, weil die Heiligen Fritz Walter, Uwe Seeler und Franz Beckenbauer dort wirkten.
Lob von Streich
Seit Christian Streich sich zurückgezogen hat, fehlt es in der Bundesliga an Typen, die sich gesellschaftlich positionieren. Vincent Kompany hat gezeigt, dass er das kann. „Großartig“ fand die Rede übrigens ... Christian Streich.