Handball
Jetzt beginnen die Wochen der Wahrheit für die Eulen Ludwigshafen
Auch bei der 27:32-Niederlage beim HC Elbflorenz Dresden verkaufte sich die abstiegsbedrohte Mannschaft vor 2704 Zuschauern ordentlich – bei 19:18 sah es noch gut aus, nach 40 Minuten häuften sich jedoch die Fehler und der HC Elbflorenz zog davon. Ungenaue Würfe, schlechte Anspiele, Fehlpässe, eine ärgerliche Zwei-Minuten-Strafe – der Aufstiegsaspirant nutzte die Unzulänglichkeiten.
„In den entscheidenden Phasen machen wir vier, fünf technische Fehler zu viel, die uns dann einfach killen“, sagte Kapitän Freddy Stüber nach seinem bisher besten Spiel in dieser Saison. Der Kreisläufer warf sechs Tore. Trainer Michael Haaß sah es so: „Wir kämpfen uns in der zweiten Halbzeit noch einmal heran, treffen Pfosten und das Lattenkreuz oder was auch immer, was uns ein bisschen aus dem Konzept gebracht hat.“ Haaß weiter: „Dresden löst es mit seiner individuellen Klasse und hat uns dann dreimal auf dem falschen Fuß erwischt.“
Trainer sieht das Positive
Auch bei dem kniffligen Gastspiel fehlten die verletzten Spieler Friedrich Schmitt, Nicolas Waldvogel, Mats Grupe und Mihailo Ilic, vor allem gegen Ende der Partie war die mangelnde Durchschlagskraft im Rückraum offensichtlich. Die Eulen taten sich schwer, einfache Tore zu erzielen. Der schöne Treffer von Alexander Falk nach einem feinen Spielzug war in der Phase eher die Ausnahme. Dresden hatte sich auf das „Klein-Klein“ eingestellt. „Es hätte schon sehr viel passen müssen, um hier für einen Punkt in Frage zu kommen. Wir haben in Teilbereichen großes Selbstvertrauen tanken können“, bilanzierte Michael Haaß.
Weil die Abwehr nach der Pause schwächelte, konnte auch der anfangs starke Torhüter Ziga Urbic nicht mehr viel ausrichten. „Eine bittere Niederlage. Ich dachte, wir können was mitnehmen. Wir müssen positiv bleiben, wir haben gute Dinge gezeigt“, befand der Keeper und mutmaßte, dass „für die Rotation“ Friedrich Schmitt und Mihailo Ilic fehlten.
Am Freitag ist Legendentag
24:31 gegen die SG BBM Bietigheim, 24:31 bei der HBW Balingen-Weilstetten, 32:34 gegen den VfL Eintracht Hagen und nun die Niederlage in Dresden – gut für die Eulen, dass die „Spitzenspiele“ nun vorbei sind. Am Freitag, am Legendentag, an dem Spieler und Trainer der Aufstiegsmannschaft von 1995 in der Friedrich-Ebert-Halle sein werden, gastiert der VfL Lübeck-Schwartau.
Durch die Niederlage der HSG Krefeld in Hagen haben die Eulen mit 18:34 Zählern nach wie vor vier Punkte Vorsprung auf den 17. Tabellenplatz. Die Hoffnung von TuSEM Essen, nachträglich wegen eines Formfehlers zwei Punkte aus dem Spiel gegen den TV Hüttenberg zu bekommen, erfüllten sich nicht. Wie im Fall der Rhein-Neckar Löwen hob das Bundessportgericht die HBL-Bescheide zu fehlenden Anti-Doping-Schiedsvereinbarungen auf. Essen liegt mit 15:37 Punkten auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. „Jetzt müssen wir die zwei Punkte holen“, betonte Regisseur Vincent Bülow.