Volleyball
Iran-Krieg: Sportlerinnen aus der Pfalz stranden in der Krisenregion
Vier Volleyballerinnen vom TuS Heiligenstein sind im Oman gestrandet, betroffen wie viele tausende andere nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran und den Gegenschlägen in der Krisenregion im Nahen Osten. Was als Traumurlaub begann, gestaltet sich schon schnell als lebensbedrohliche Gefahr, Bangen, wie’s weitergeht, die Hoffnung auf die vorzeitige Heimkehr zu den Lieben in Römerberg und bis dahin das Beste daraus machen.
„Ja, uns geht es gut, danke der Nachfrage“, gibt Martha Walter aus dem Quartett auf Anfrage eine erste Entwarnung: „Wir übernachten gerade am Meer, und das Netz ist hier sehr, sehr schlecht. Nur Whats-App-Nachrichten gehen durch und das auch manchmal mit Verzögerung.“ Walter hält als Einzige aufgrund der technischen Gegebenheiten überhaupt den Kontakt zur Außenwelt.
Schon Weltreisen zusammen unternommen
„Wir sind im Oman für einen Roadtrip und Wildcampen für eigentlich geplante zweieinhalb Wochen zum Urlaub machen.“ Wir, das sind neben der früheren deutschen Jugendspitzenvolleyballerin im Beach und Karlsruher Zweitligaakteurin beim SVK Beiertheim ihre Schwester Ida, Carolina Schwab und Luise Palenczat, Erstligaspielerin in Österreich.
Gemeinsam feierten sie, allesamt jetzt Anfang 20, viele große Erfolge in Heiligenstein, zum Teil gemeinsam brachen sie zu mancher Weltreise auf. Zur Gruppe gehört auch Tilman Rieck, ein Freund von Marta und Caro, aus Berlin, wo sie mittlerweile leben.
Schnell schlich sich ein mulmiges Gefühl ein: „Schon bevor wir losgegangen sind, am Donnerstag, haben wir schon davon gehört, dass dies passieren könnte“, sagt Walter über den Konflikt um den Iran: „Davon erfahren, dass es passiert ist, haben wir dann ziemlich schnell nach Ankunft im Oman mitbekommen, wahrscheinlich so samstags oder so.“
Das Beste aus der Lage machen
Die Reaktion fiel verständlich aus: „Natürlich haben wir uns direkt Sorgen um die Situation gemacht, aber haben gemeinsam beschlossen, das Bestmögliche aus diesem Urlaub zu machen.“ Und klar: „Ja, Angst haben wir auch. Man vergisst den Ernst der Lage zwar schnell über den Tag, da man viele schöne Dinge erlebt und Oman so ein schönes Land ist.“
Die TuS-Volleyballerin schildert die Stimmung im Sultanat am südöstlichen Zipfel der Arabischen Halbinsel als sehr entspannt und ruhig. Doch Social Media, schlimme Nachrichten, Sorgen von Freunden und Familie zuhause bringen die Fünf immer wieder zurück in die Realität: „Dadurch bekommt man schon relativ schnell Angst, weil alles so ungewiss ist.“ Eineinhalb Woche sollte die Tour noch dauern, „sprich, weiter in den Süden fahren und mehr ins Gebirge gehen, was wir leider alles nun nicht mehr tun können“.
Große Gastfreundschaft
Walter schwärmt: „Oman ist einfach ein so unglaubliches schönes Land, was man nicht direkt auf dem Radar hat, wenn man an Urlaub denkt. Aber die Landschaft ist einfach wunderschön, und man hat hier alles, Gebirge Strand, Wüste, und Oasen, Wadis.“ Sie fühle sich sehr sicher, hier zu reisen. „Und alle Omanis , die wir getroffen hatten , sind supernett. Erst gerade wurden wir hier am Strand zum Essen eingeladen.“
Währenddessen organisierten die Eltern in der Pfalz die Rückreise. „Wir versuchen sie jetzt rauszukriegen“, teilte Mama Christine Walter mit. Das bedeutete stundenlanges Schauen, Organisieren, Buchen: „Rückflug wäre am 16. März gewesen, wer weiß, was dann ist.“
Hoffnung auf Rückflug
Und tatsächlich ergatterten die vier jungen Frauen einen der wenigen nicht ausgebuchten, völlig überteuerten Flüge am Samstag nach Frankfurt. „Ob dieses Flugzeug wirklich abheben wird oder nicht, ist noch nicht sicher, da bis Samstag noch viel passieren kann.“ Noch sei der Flughafen in Muscat einer der wenigen offenen überhaupt und entsprechend ausgelastet. „Hoffentlich klappt alles“, sagt Mutter Walter. Das Quartett lässt sich derweil nicht unterkriegen, genoss die nicht überfüllten Touristenattraktionen und schwört sich: „Wir sind uns alle einig, dass wir unbedingt noch mal hierhin wollen“, Zeitpunkt offen.