Pferdesport
Impressionen vom Zweibrücker Renntag: Vorahnung beim Aperol Spritz
Die sportlichen Akteure bereiten sich am frühen Nachmittag bei fast sommerlichen Temperaturen, strahlend blauem Himmel und einer top-präparierten 1200 Meter langen Zweibrücker Rennwiese vor 2500 Zuschauern auf ihre Rennen vor. Im Festzelt und auf der Tribüne wird neben dem Rennsport auch kulinarischen Genüssen gefrönt. Mit Sekt, Bier, Aperol-Spritz – und dazu Deftiges vom Grillschinken bis zur Currywurst – wird das sportliche Geschehen verfeinert.
Quasi Akkordarbeit leistet Marie Gast. Die 29-jährige gebürtige Südwestpfälzerin startet bei vier von fünf Rennen. Von Stress ist der in Blieskastel wohnhaften Rennreiterin nichts anzumerken.
Sogar Zeit für ein Pressefoto zusammen mit ihren Münchweilerer Sportkameradinnen, Nora Cronauer und Larissa Bieß, nimmt sie sich zwischen zwei Rennen. Im dritten von sieben Rennen, davon zwei Trabrennen, kommt es zum Showdown. Bieß im Sattel von Korfu, Cronauer mit First Lady und Gast auf Lauras Legacy gehören zum siebenköpfigen Starterfeld. Am Ende galoppiert Bieß als Siegerin über die Ziellinie, mit einer Dreiviertellänge Vorsprung vor der Konkurrenz. Die Erleichterung ob der Wiederholung des Vorjahressieges mit dem selben Pferd ist ihr anzusehen. „Wir hatten eine perfekte Lage. Korfu ist ein tolles Pferd“, freut sich die Siegerin.
Dusche fürs Pferd
Trainer und Züchter Christian Peterschmitt aus dem südwestpfälzischen Bottenbach sorgt für das Wellnessprogramm für Korfu: Die siebenjährige Stute genießt eine kühlende Wasserdusche. Und das Gespann hat 2500 Euro Preisgeld gewonnen. Ein verpatzter Start von First Lady ist die Ursache. Viel Zeit zum Sinnieren bleibt der Sportwissenschaftsstudentin nicht. Die 22-Jährige startet am Sonntag bei der Weltmeisterschaft der Amateurreiter in Düsseldorf mit dem Bundesadler auf der Brust.
Die 29-jährige Gast hat ebenfalls Grund zur Freude. Sie wird im vierten Rennen auf Chanel Gold Zweite. „Fehlt nur noch ein Sieg“, sagt sie voller Elan vor ihrem letzten Start. Während die Pferde getauscht werden, bleibt für sie nur kurze Zeit zum Erholen. Zwar nicht zum Sieg aber auf Podestplatz drei galoppiert die 29-Jährige im 1350 Meter langen Ausgleichsrennen im Sattel von Promotion.
Ein gutes Auge
Das Geschehen auf der Rennwiese beobachten derweil Gisela Schwab aus Krickenbach mit ihre Nichte aus dem südwestpfälzischen Herschberg, Sarah bei einem Glas Aperol Spritz. „Oh je, der Sattel rutscht nach vorn“, bemerkt Sarah während der Einführungsrunde bei einem der Rennen Und prompt kommt es unmittelbar vor dem Start auf der Gegengerade zum Sturz von Jockey Alina Schubert auf Subway Surfer. Letztlich verläuft der Sturz glimpflich, abgesehen von einer Ehrenrunde eines Pferdes ohne Reiter und einer kurzen Verzögerung.
Wenn beim Sulky eine Schraube locker ist: So lässt sich das Malheur eines Starters beim ersten von zwei Trabrennen beschreiben. Tatsächlich hat sich am Rad des Sulkys, das ist der einachsige Wagen hinterm Pferd, gelockert. Gerade noch rechtzeitig vor dem Start wird das drohende Debakel bemerkt und behoben.
Dem Hausherrn, Marold Wosnitza, Präsident des Pfälzer Rennvereins Zweibrücken, ist von Stress nichts anzumerken. Morgens hat das Zweibrücker Stadtoberhaupt Wahlkampf für die Oberbürgermeister-Stichwahl am Sonntag gemacht, und mittags die Sieger der Rennen gekürt.