Fussball
„Haben am wenigsten Ahnung“: FCK-Trainer sauer über sexistische Kommentare rund um Eta
Mit der Ernennung von Marie-Louise Eta als Cheftrainerin hat der 1. FC Union Berlin Geschichte geschrieben. Erstmals hat eine Frau in der Fußball-Bundesliga der Männer auf der Ersatzbank das Kommando. Zunächst bis Saisonende übernimmt die Trainerin der U19-Junioren von Steffen Baumgart, der nach nur einem Sieg in den vergangenen sechs Spielen am Wochenende freigestellt worden war.
Im Internet lassen sexistische Kommentare nicht lange auf sich warten. Welcher Mann lasse sich denn von einer Frau Fußball erklären, schrieb ein Nutzer auf der Plattform „X“ (vormals Twitter). Kommentiert wurde der Post vom offiziellen Union-Account, der auf den sexistischen Inhalt hinwies.
Gosens lobt Etas innovativen Ansatz
Torsten Lieberknecht, vor dem Spiel seines 1. FC Kaiserslautern gegen Holstein Kiel auf Eta angesprochen, freut sich über seine neue Trainer-Kollegin. Beim Thema Sexismus wird Lieberknecht dann aber schnell ernst. „Das sind die, die am wenigsten Ahnung haben“, sagt er über Kommentatoren wie die bereits beschriebenen Nutzer. „Dass man über solche Kommentare überhaupt spricht, ist schlimm.“ FCK-Trainer Lieberknecht ist seit 2008 in der Branche aktiv. An die Verfasser der beschriebenen Kommentare sagte er mit ernster Miene: „Sollen die es doch mal eine Woche machen, dann kommentieren wir mal. Viel Spaß!“
Für Lieberknecht zählen die fachlichen Qualifikationen und nicht das Geschlecht eines Trainers oder einer Trainerin. Der deutsche Nationalspieler Robin Gosens hat in seiner Zeit bei Union Berlin unter Eta trainiert. Nach der Entlassung von Urs Fischer als Chefcoach in der Saison 2023/24 agierte Eta als Co-Trainerin interimsweise bis Saisonende. Im Podcast „Copa TS“ des Comedians Tommi Schmitt lobte Gosens – bis 2024 in Köpenick unter Vertrag – unter anderem Etas Trainingsmethoden als innovativ. „Das hat mir sehr zugesagt, weil ich das auf der Ebene noch nicht so kennengelernt habe“, sagte Gosens im Podcast weiter.
