Sport
Glosse: Heimtrainer versus Laufschuhe
Tut mir leid, lieber Heimtrainer. Wir kommen nicht wirklich zusammen. Selbst in diesen Krisenzeiten. Dabei kennen wir uns jahrelang. Aber seit Sonntag steht fest: Dein viel leichter zu bedienender Hauptkonkurrent hat mal wieder gewonnen. Denn er besteht nur aus Sonne, Luft, derzeit eisigem Ostwind und zerschlissenen, aber noch gut dämpfenden Schuhen.
Also, trotz Ausgangsbeschränkungen: Joggen bleibt erlaubt. Es ist jetzt 8.19 Uhr. Flugs im Homeoffice noch diese Zeilen schreiben und dann die täglichen 45 Minuten laufen. Über einsame nordpfälzische Feldwege, wo sonst – ganz wichtig jetzt – kein Mensch ist oder man ihm jederzeit leicht ausweichen könnte. Gesunderhaltung für Körper und Geist in der Natur.
Wer ist hier eigentlich tumb?
Natürlich, wir hatten schon das „Vergnügen“ miteinander, vor allem als mal der Rücken schmerzte. Aber du bliebst ein schales Ersatzprogramm, eine Notlösung. Im Keller stur in die Pedale treten und via Display die nächste Gangverschärfung angedroht bekommen – nicht meins. Irgendwie erinnern mich deine Pseudolenker und das Tacho (siehe Foto) dann an einen Roboter aus der BBC-Kultserie „Dr. Who“. Monströs und tumb. Aber ich bin ja auch viel zu bequem, mich in deine vielen Programme zu vertiefen und ein gefälligeres zu suchen. Also, wer ist hier tumb? Jetzt merke ich: Ich bin dir was schuldig. Beim nächsten Dauerregentag, okay?