Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball als Geisterbahn: Die Bayern wollen wieder „Schwarze Bestie“ werden

Bastian Schweinsteiger nach seinem verwandelten Elfmeter 2012 in Madrid.
Bastian Schweinsteiger nach seinem verwandelten Elfmeter 2012 in Madrid.

Andere Sprachen haben blumigere Bezeichnungen für „Angstgegner“ als wir. Die Bayern können sich gegen Real Madrid eine davon ganz neu verdienen.

Der Fußball kann eine Geisterbahn sein. Im englischen Sprachgebrauch ist vom „Bogey Team“ die Rede, wenn es um das geht, was wir eher nüchtern Angstgegner nennen. „Bogey“, das bezeichnet eine Schreckgestalt, einen mindestens sehr unangenehmen Kobold. Und die Spanier sprechen von der „Bestia Negra“, der schwarzen Bestie – die lange Zeit allerdings in der Regel rote Trikots trug.

Eine Bezeichnung beinahe wie ein Ehrentitel für den FC Bayern, den sich die Münchner noch abholten, als sie in der Geschichte ihrer europäischen Schwergewichtsduelle deutlich öfter gegen Real Madrid gewannen als verloren.

2012 lebte der Begriff noch mal auf, als Bastian Schweinsteiger die Bayern im Elfmeterstechen ins „Finale dahoam“ der Champions League schoss.

Eher „gezähmte Bestie“

Seitdem: Bestie gezähmt. Vier Duelle, dreimal im Halbfinale, einmal im Viertelfinale – immer hieß der Gesamtsieger nach Hin- und Rückspiel Real Madrid. Die mitunter prosaische deutsche Sprache belässt es beim Angstgegner, ohne Geisterbahn, und der ist für die Bayern längst Real Madrid.

Die Chance, das nun erneut ins Gegenteil zu drehen, ist ab Dienstag im Viertelfinale der Champions League so groß wie nie seit 2012. Die Schonung von Harry Kane in Freiburg (im Notfall hätte er wohl auslaufen können) und damit de facto sein Verzicht auf den persönlichen Bundesliga-Torrekord zeigen, welche extreme Priorität dieses übergeordnete Projekt bei allen hat. Klar ist: Er muss gegen Real spielen, damit es gelingen kann.

Für das Spiel am vergangenen Samstag in Freiburg geschont, aus gutem Grund: Harry Kane plagt eine Sprunggelenksverletzung. Gegen
Für das Spiel am vergangenen Samstag in Freiburg geschont, aus gutem Grund: Harry Kane plagt eine Sprunggelenksverletzung. Gegen Real muss er fit sein.
x