1. FC Kaiserslautern
FCK rettet ganz wichtigen Sieg in Osnabrück
Ein Meilenstein im Aufstiegsrennen für den Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Mit 1:0 (0:0) hat der Tabellenzweite bei Verfolger VfL Osnabrück gewonnen. Für die Lila-Weißen war es die erste Niederlage 2022. Den entscheidenden Treffer erzielte der gerade von seiner Corona-Infektion genesene Torjäger Terrence Boyd (77.). „Ein ganz wichtiger Sieg, das macht uns stolz“, sagte FCK-Trainer Marco Antwerpen.
Auch in Osnabrück, Beiname Friedensstadt, weil auf der Treppe des dortigen historischen Rathauses 1648 der Westfälische Frieden ausgerufen wurde, das Ende des Dreißigjährigen Krieges, dominierten vor dem Spiel die Proteste gegen den verheerenden russischen Angriff auf die Ukraine. Rund um die Partie wurden Spenden für die ukrainische Bevölkerung gesammelt.
Klingenburg muss lange behandelt werden
Die 13.619 2G-plus-Zuschauer machten den sonnig-kühlen Nachmittag zu einer anfangs nur auf den Rängen stimmungsvollen Angelegenheit. Der FCK trat gegenüber dem 1:2 am Dienstag in München in punktuell veränderter Formation an, Antwerpen setzte auf ein etwas flacheres 3-4-3-System. Mike Wunderlich fehlte gelbgesperrt, Felix Götze musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.
René Klingenburg begann als zentraler Offensivspieler, allerdings musste er nach einer Stunde Spielzeit nach einem Zusammenprall wegen einer Verletzung am Hals lange auf dem Rasen behandelt und dann von diesem getragen werden. In der ersten Hälfte des ersten Abschnitts störten Klingenburg und seine Kollegen Daniel Hanslik rechts und Kenny Redondo links in der vordersten Lauterer Angriffsreihe das Osnabrücker Aufbauspiel früh. Zweitliga-Absteiger VfL, als Verfolger in der Pflicht, fiel bis in die Schlussoffensive hinein nicht viel ein.
Viele Fehlpässe im Aufbau
Der FCK kam nur selten zu eigenen Angriffen. Osnabrück gelangte nach 20 Minuten besser ins Spiel. Die Topchance des mäßig unterhaltsamen ersten Abschnitts hatte dann auch Rechtsaußen Ba-Muaka Simakala nach Ecke des agilen Linksaußen Aaron Opoku aus dem 4-3-3 des VfL. Er setzte den Ball aus kurzer Entfernung aber weit über das FCK-Tor (25.). Ansonsten war die Partie von vielen Fehlpässen im Aufbau geprägt, wurde den Ansprüchen an ein Duell zweier Aufstiegsaspiranten lange nicht gerecht.
Der VfL war über weite Strecken überlegen, hatte auch immer wieder Torgelegenheiten. Allerdings waren die Osnabrücker dabei zu unpräzise und nicht zwingend genug – unter dem Strich zu wenig, um in der Tabelle weiter nach oben zu klettern.
Joker Boyd sticht nach neun Minuten
Beim FCK war Boyd, zuletzt coronapositiv, entgegen der Ankündigungen dabei; er reiste mit Sportchef Thomas Hengen nach, war noch rechtzeitig negativ getestet worden. Der Winterzugang wurde in der 68. Minute für Klingenburg eingewechselt. Und machte rund neun Minuten nach seiner Hereinnahme das, wofür er für viel Geld aus Halle geholt wurde: ein äußerst wichtiges Tor im Aufstiegskampf mit der ersten echten FCK-Chance. Hanslik hatte perfekt von links geflankt.
Die Lauterer mussten noch einige bange Minuten überstehen: Sebastian Klaas traf die Latte (84.). Dann vergab Redondo die Chance zum 2:0 (90.+1). Wegen der Verletzungsunterbrechung wurden elf Minuten nachgespielt. FCK-Kapitän Hendrick Zuck (90.+9), Philipp Hercher (90.+10) und mehrfach Torwart Matheo Raab sicherten dem FCK den extrem wichtigen Sieg bei einem Verfolger. „Wie wir hinten die Null gehalten haben“, sagte Matchwinner Boyd, „das war Teamspirit, das war eine geile Antwort auf die Niederlage bei 1860 München.“
So spielten sie
VfL Osnabrück: Kühn - Itter (86. Wähling), Beermann, Trapp, Haas (86. Oduah) - Klaas, Taffertshofer (86. Gugganig), Köhler (76. Kunze) - Simakala (76. Bertram), Heider, Opoku
1. FC Kaiserslautern: Raab - Tomiak, Kraus, Winkler - Hercher, Ciftci (58. Götze), Ritter (90.+4 Niehues), Zuck - Hanslik (90.+4 Kiprit), Klingenburg (68. Boyd), Redondo
Tor: 0:1 Boyd (78.) - Gelbe Karten: Köhler (9), Taffertshofer (8), Scherning (Trainer) - Hanslik (3), Hercher (3) - Beste Spieler: Opoku, Kühn - Raab, Kraus - Zuschauer: 13.619 - Schiedsrichter: Braun (Wuppertal).
