Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen verlieren Punkte gegen Eisenach – und behalten Kapitän Haider

Lion Zacharias (hier beim Wurf gegen ThSV-Torwart Johannes Haymo Jensen) traf im Spiel gegen Eisenach achtmal ins Tor. Es wurde
Lion Zacharias (hier beim Wurf gegen ThSV-Torwart Johannes Haymo Jensen) traf im Spiel gegen Eisenach achtmal ins Tor. Es wurde dennoch die dritte Niederlage der Eulen nach der Winterpause.

Die meiste Freude hatten die Fans der Eulen Ludwigshafen vor dem Spiel. Da wurde per Einspielfilm auf der Videoleinwand verkündet, dass Kapitän Maximilian Haider seinen Vertrag bis 2025 verlängert. Am Spiel gegen den ThSV Eisenach hatten die Ludwigshafener Zuschauer dann aber höchstens bis zur Halbzeit Spaß.

„Ei-, Ei-, Eisenach“ und „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ hallte es am frühen Sonntagabend durch die Friedrich-Ebert-Halle. Die Gästefans unter den 2102 Zuschauern freuten sich: Der Tabellenzweite ThSV Eisenach war am Ende seiner Favoritenstellung gerecht geworden, blieb beim 26:23 (12:12)-Erfolg zum sechsten Mal in Folge ungeschlagen. „Die stehen ja nicht umsonst da oben, das war – auch nach unseren letzten zwei Niederlagen – nicht gerade ein Aufbaugegner“, sagte ein enttäuschter Eulen-Linksaußen Lion Zacharias nach dem Spiel.

Über seine eigene gute Leistung mit acht Toren konnte er sich nicht recht freuen, „ich ärgere mich mehr über unsere Niederlage“. Und über seine zwei vergebenen Strafwürfe. Die Mannschaft habe aber gut in der Abwehr gestanden, das Ergebnis könne sich sehen lassen. Insgesamt sei es eine Steigerung gegenüber den Spielen in Dessau und Balingen gewesen, fand die Nummer 50 der Eulen.

Überzahl nach der Pause schlecht ausgespielt

Die Eulen, die gegen die Thüringer auf den grippekranken Max Haider den am Fuß verletzten Sergej Gorpishin und aus privaten Gründen auch auf Trainer Michel Abt verzichten mussten, starteten furios: Nach zehn Minuten stand es 6:1, nach schon drei Zacharias-Toren. Co-Trainer Andrej Kogut vertrat Abt auf der Bank, Kasper Manfeldt Hansen gab sein Debüt in der Start-Sieben und ersetzte Haider am Kreis und in der 6:0-Abwehr. „Ich bin trotz des Sieges gar nicht zufrieden mit unserem Auftritt. Wir hatten einen schlechten Start“, sagte ThSV-Trainer Misha Kaufmann später angesäuert. „Wir hatten den falschen Fokus und waren nicht da. Mit so einer Einstellung werden wir unsere Ziele nicht erreichen“, monierte er.

Dass die Eisenacher mittlerweile aber eine Spitzenmannschaft in der Zweiten Liga sind, bewiesen sie nach knapp 20 Minuten. Da stellen sie ihre Deckung um, standen den drei Ludwigshafener Rückraumspielern fortan sehr offensiv, teilweise in 3:3-Formation bis zur Mittellinie, auf den Füßen. „Das ist sau unangenehm zu spielen“, sagte Kogut hinterher zu dieser Phase, die die Gäste zurück ins Spiel brachte. „Dagegen war schwer zu spielen“, erkannte auch Zacharias. Die Eulen leisteten sich erste technische Fehler, die das ThSV-Team sofort mit Gegenstoßtoren bestrafte. So wurde aus der komfortablen 10:5-Führung nach einem 0:7-Negativlauf binnen 13 Minuten ein 12:10 für das Kaufmann-Team. Trotzdem sah es beim 12:12 zur Pause noch gut aus.

Harte Eulen-Woche

Doch nach der Pause kam eine zweite Phase, die Kogut am Ende bemängelte: „Da haben wir unsere Überzahlsituationen nicht gut ausgespielt.“ Vor allem meinte er damit die Spanne, als die Eulen um die 40. Minute sogar im 6:4 agierten – und die Lücke zum Tor trotzdem zu selten fanden und sogar ins passive Spiel gerieten. Und auch in der zweiten Halbzeit scheiterten die Eulen meist bei ihren Angriffsbemühungen (Kogut: „Mit der Deckung bin zufrieden“) gegen die offensive Abwehr, leisteten sich dadurch bedingt auch insgesamt 15 technische Fehler. Zu viel gegen eine Truppe wie Eisenach um Spielmacher Jannis Schneibel aus Hochdorf-Assenheim, die die restliche Spielzeit dann clever runterspielte.

Groß Zeit zum Wunden lecken haben die Eulen in der englischen Woche nicht. Am Mittwoch schaut der starke Aufsteiger 1. VfL Potsdam um 19 Uhr in der Eberthalle vorbei, am Sonntag (16 Uhr) kommt die SG BBM Bietigheim. Beide haben als Tabellenachter und -siebter nur einen Punkt weniger als die Eulen.

So spielten sie

Eulen Ludwigshafen: Asanin - Klein (6), Bührer (2), Trost - Falk (4), Zacharias (8/1) - Manfeldt Hansen (2) - Meyer-Siebert, Remmlinger, Neuhaus, Schaller (1/1), Eisel

ThSV Eisenach: Jepsen, Gorobtschuk (16. - 34.) - Saul (2), Schneibel (2), Hangstein (3/1) - Weyhrauch (1), Snajder (3) - Walz (3) - Meyer, Grgic (1), Donker (2), Ulshöfer, Tokic (9), Reichmuth, Hübke, Hideg

Spielfilm: 6:1 (10.), 10:5 (16.), 10:12 (29.), 12:12 (Halbzeit), 16:17 (39.), 18:21, (49.), 19:23 (51.), 23:26 (Ende) - Zeitstrafen: 4:9 - Rote Karte: Meyer (28., dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 4/2 - 2/1 - Beste Spieler: Zacharias, Asanin - Tokic, Hangstein - Zuschauer: 2102 - Schiedsrichter: Linker/Schmidt (Recklinghausen/Bochum).

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