Handball
Eulen Ludwigshafen: Warum Friedrich Schmitt noch einige Zeit an den Samstag denkt
Der ganze Kader der Eulen Ludwigshafen wurde nach dem Erfolg am Samstag in der Friedrich-Ebert-Halle gesichtet. Der ganze Kader? Nein. Ein Spieler fehlte.
Der Boden der Halle war schon wieder picobello, gänzlich von Harz gesäubert, die Gäste im Foyer und im VIP-Bereich machten sich langsam auf den Nachhauseweg, da war von Friedrich Schmitt immer noch keine Spur. Wo war Friedrich Schmitt?
Der Sachverhalt ist ganz einfach. Der Schlaks, auffälligster Spieler der Eulen Ludwigshafen bei dem ersten Sieg seit Ende September, wurde wie Tim Schaller für die Dopingprobe ausgelost – und die Geschichte war dann nicht so einfach. Um 22.30 Uhr gab der siebenmalige Torschütze Entwarnung. „Zwei Liter Wasser, ein Bier, eine Cola und zwei Kaffee – dann ist’s gelaufen“, verriet der 21-Jährige und betonte. „Ich bin einfach glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Das ist gut fürs Selbstvertrauen. Es war nicht alles perfekt, aber wir haben gut gekämpft.“
Genau diese Leidenschaft, diesen Willen pries auch Trainer Michael Haaß, der für seine Akteure in puncto Mentalität und Körpersprache Bestnoten verteilte. In seinem fünften Spiel als Eulen-Trainer holte Haaß den ersten Sieg, der neue Coach hatte das Pech, in den ersten Spielen gleich auf drei Aufstiegsanwärter zu treffen: HBW Balingen-Weilstetten, VfL Eintracht Hagen und den HC Elbflorenz Dresden.
„Das tut uns gut, dem Verein, der Mannschaft. Endlich haben wir uns mal für ein gutes Spiel belohnt. Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft“, sagte Haaß – und kündigte an, die Partie am Abend gleich noch nachzuarbeiten. „Wir brauchten ein Erfolgserlebnis. Wir hatten eine gute Stimmung im Training, aber sie kann man nicht durch ständige Niederlagen aufrechterhalten. Was wir lernen können: Wenn man alles versucht, kommt auch das Matchglück.“ Seine Ansage: „Wir arbeiten weiter, wir müssen noch besser werden.“
Ein Stein fällt vom Herzen
„Uns ist allen ein großer Stein vom Herzen gefallen. Es hat sich angedeutet, ich finde, wir haben uns stetig verbessert. Jetzt können wir mit etwas mehr Ruhe weiterarbeiten“, sagte Rechtsaußen Theo Straub.
Von Beginn an nahmen die Gastgeber vor 1758 Zuschauern, darunter FCK-Ehrenspielführer Hans-Peter Briegel und Gattin Petra, das Heft in die Hand. In der Abwehr, in der Mihailo Ilic herausstach, versuchten die Eulen-Spieler unablässig die Offensivaktionen der Gäste zu unterbinden. Im Unterschied zu den Begegnungen davor hatten die Eulen keine längere Schwächephase, und sie blieben auch ruhig, als TuS N-Lübbecke am Ende noch einmal drängte. Sie spielten geduldiger als zuletzt, sie glaubten an den Sieg. Diesmal hatten sie auch das Spielglück auf ihrer Seite. Nach dem 17:16, Torhüter Mats Grupe parierte prächtig, setzte sich das Team wieder ab.
Zobels wichtiges Tor
Ganz wichtig: Das Tor von René Zobel zum 27:23. Das war die Entscheidung zwei Minuten vor dem Abpfiff. Der Halbrechte ließ sich von seinem unglücklichen Start in die Partie nicht unterkriegen, nach einem Fehlwurf und einer Zwei-Minute-Strafe übernahm er Verantwortung. „Wir spielen die Partie konsequent durch, vom Torwart bis zu den Außen. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. Wir hatten diesmal keinen Einbruch. Gegen Dresden waren wir schon nah dran an einem Punkt, da haben wir uns schon gut verkauft“, sagte der rechte Rückraumspieler, Neuzugang vom TV Emsdetten.
Das bedeutet: 6:16 Punkte, die Handball-Welt sieht aus Friesenheimer nun wieder ein bisschen besser aus. „Wir hatten eine lange Durststrecke, dann so ein Spiel zu machen ist sehr befreiend“, unterstrich Kapitän Freddy Stüber, bei vier Würfen erzielte er vier Tore.
Fans müssen lange warten
Durch diesen Erfolg sind die leidgeplagten Eulen ein Stückchen ans unter Mittelfeld herangekommen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Das nächste Heimspiel ist erst am 20. Dezember gegen den HC Oppenweiler/Backnang, am Freitag steht die Partie beim HSC 2000 Coburg an. Die Eulen fahren mit Rückenwind dahin. Sie können es noch! „Das war ein verdienter Sieg. So kann es weitergehen“, meinte Torhüter Mats Grupe.