Handball
Eulen Ludwigshafen: Für Alexander Falk so und so ein guter Tag
Ehre, wem Ehre gebührt. Die Spieler der Eulen Ludwigshafen jubelten nach dem Sieg gegen Krefeld ausgelassen, und sie wurden von den Fans gebührend gefeiert. Dabei war es ja nur ein Erfolg am 19. Spieltag. Oder? Von wegen. Das 30:27 war kein Sieg wie jeder andere. Denn die HSG Krefeld ist ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf der Zweiten Handball-Bundesliga, den die Eulen nun auf acht Punkte distanzierten. Die Mannschaft trotzte allen Widrigkeiten.
Für Alexander Falk bot der Mittwochabend einen würdigen Rahmen. Vor dem Spiel gab der Klub die Vertragsverlängerung des 28-jährigen Dauerbrenners um eine Spielzeit bekannt. „Schön, dass wir gewonnen haben. Es war extrem viel Druck auf dem Kessel. Es war ein Vier-Punkte-Spiel für beide Mannschaften. Und das haben wir in meinen Augen sehr souverän gelöst“, sagte der Rechtsaußen, dem am Ende mit dem Treffer zum 29:26 noch einmal ein ganz wichtiges Tor gelang.
Nicht ausruhen
„Jetzt haben wir ein paar Punkte Vorsprung, aber wir wollen uns nicht ausruhen, wir wollen weitermachen“, betonte Falk und blickte schon auf das nächste Spiel beim TV Großwallstadt am Samstag: „Wir haben da noch eine Rechnung offen. Im Hinspiel haben wir eine ordentliche Klatsche bekommen. Das wollen wir wieder gut machen.“ Trainer Michael Haaß glaubt nicht, dass bis Samstag die verletzten Friedrich Schmitt und René Zobel zurückkehren, er zog den Hut vor seiner Mannschaft, wie sie die Aufgabe ohne die beiden wichtigen Rückraumspieler gelöst hat. Bester Mann auf dem Feld: Anführer Marc-Robin Eisel.
Alexander Falk ist eines der Gesichter der Eulen Ludwigshafen. Er steht für die Werte des Klubs, in guten wie in schlechten Zeiten. Er geht im Sommer dann in seine elfte Saison. Die Vertragsverlängerung war eigentlich nur Formsache. „Ich habe immer gesagt, dass ich mich hier sehr wohl fühle. Und deswegen war es eine relativ leichte Entscheidung“, betonte er. Auch bei anderweitigen Angeboten früher hat er sich für „seinen“ Verein entschieden.
Falk ist optimistisch
Falk ist durchaus optimistisch, wenn er die nahe Zukunft seines Vereins auslotet. „Ich denke, es geht wieder bergauf. Wie wir uns im Dezember präsentiert haben, war schon sehr in Ordnung. Auf jeden Fall war das ein Fortschritt zu den vorherigen Spielen. Da müssen wir jetzt anknüpfen und hoffen, dass Ruhe in den Verein kommt.“ Die vermeidbare Niederlage in Essen betrachtet er nicht als Rückschritt: „Überhaupt nicht. Wenn man das Auswärtsspiel mit den vorherigen vergleicht, war das auf gar keinen Fall ein Rückschritt, früher haben wir auswärts mal mit zehn Toren Unterschied verloren. Aber ja, in Essen haben wir mit einem Tor Unterschied unglücklich verloren.“
Die Aufgaben in den nächsten Wochen bleiben anspruchsvoll, gerade mit Blick auf die Verletztenmisere. Aber es muss ja nicht immer so spannend sein wie in der vergangenen Saison, als Falk mit seinem Tor zum 29:27 im letzten Saisonspiel gegen den TV Hüttenberg Sekunden vor dem Abpfiff alle Zweifel zerstreute – und die Eulen den Last-Minute-Klassenerhalt schafften. „Das war ein sehr wichtiges Tor für den Verein“, sagte Falk, der mit dem aufstrebenden Theo Straub das Eulen-Duo auf der rechten Seite bildet. Diese Saison, das räumt der selbstkritische Routinier ein, ist nicht seine Beste. Er bleibt am Ball.
Aufregende Reise
Wenn einer eine Reise tut mit den Eulen Ludwigshafen, so kann er was erzählen. Seit 2016 nun schon gehört das Eigengewächs dem Profikader der Eulen an. Er war beim Aufstieg 2017 dabei und ein Faktor bei den „Wundern von Ludwigshafen 2018 und 2019“. Das Wunder vom 9. Juni 2019, „das Wunder von Ludwigshafen 2.0“, als der Klassenerhalt auf verblüffende Art und Weise gelang – sicherlich Falks größter Erfolg neben dem Bundesliga-Aufstieg.
In dieser Bilanz würde sich der Zweitliga-Klassenerhalt im Sommer 2026 angesichts vieler Widrigkeiten doch auch gut lesen, oder?