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EM-Tagebuch: Ein bisschen wie in Wien
Es hat geschneit über Nacht in Bratislava, die Stadt hat kurz ihr Winterkleidchen angezogen. Das nur nebenbei. Trotz der Pandemie gibt es hier immer noch sehr viele Cafés und Restaurants. Hier ein kleiner Überblick und eine ganz persönliche Hitparade nach zehn Tagen Besuchszeit.
Das Café in der Altstadt ist wirklich beeindruckend. Schon die Auslage weckt Interesse und lädt zum Eintreten ein, durch die Schaufensterpuppe im eleganten Kostüm. Im Café gibt es eine große Auswahl an Kuchen, der Kaffee kommt in einer historischen Porzellantasse. Die Wände schmücken Gemälde mit Renaissance-Motiven. Neben der Theke ist noch mehr antikes Porzellan in Glasschränken. Die Möbel sind in dunklem Holz. Mozarts Türkenmarsch läuft als Hintergrundmusik, beispielsweise.
Zwei, drei Häuser weiter. Der Name ist Programm. Der Kaffee schmeckt sehr lecker. Man fühlt sich wie im alten Wien, man fühlt sich k. und k., kaiserlich und königlich.
Wie putzig! Es ist, als beträte man eine Puppenstube. Sehr, sehr gemütlich. Das Personal ist sehr nett.
Lockt auf dem Werbeschild an der Straße mit daheim gebackenem Kuchen. Ein recht überschaubares Café in einer Passage. Dort sind nur drei Tische. Klein, und so ganz anders.
Einer meiner Lieblingsplätze. Warum? Nach dem Corona-Test an der Arena muss man ja eine halbe Stunde warten, bis das Ergebnis kommt. Zunächst habe ich in der Zugluft vor der Halle gebibbert, einmal durfte ich im Akkreditierungsbüro verweilen, dann aber lief ich solange um das Zimny Stadion Ondreja Nepelu, bis ich einen angenehmen Aufenthaltsort fand. Im Brick, Bier und Restaurant, sind zwei große TV-Schirme, es läuft Sport, die Australian Open und Ski alpin. Ich beantworte aber lieber Post aus der Heimat und bereite mich auf das nächste Spiel vor.
Das Café, die Bar, fällt durch die Eisbären-Attrappe auf. Dort ist es auch gemütlich, es gibt sogar Käsekuchen. Aber vermutlich ist das eher ein Platz, in dem man sich in normalen Zeiten ins Nachtleben stürzen kann.
Ein Schnellrestaurant. Stets gut besucht, um die Mittagszeit ist schon mal eine lange Schlange vor dem Eingang. Die Tomatensuppe: großartig. Zuletzt probiert: Gemüse mit Nudeln, das Gemüse entpuppte sich als Rotkraut. Hm. Eine neue Kombination. Warum nicht. Die Köchin erkundigte sich, als ich das Tablett zurückbrachte, höchstpersönlich, ob es mir gut geschmeckt hat. Und quittierte mein „Ja“ mit einem zufriedenen Lächeln.