Fußball
Drittligist Waldhof Mannheim vergibt zu viele Chancen und verliert
Rund 4000 Waldhof Fans hatten die 50 Kilometer auf sich genommen und machten die Partie im Dietmar-Hopp-Stadion am Sonntag stimmungsmäßig zu einem Heimspiel für den Waldhof. Doch das war wiederum ein gutes Vorzeichen für die Gastgeber, die in der Ferne bereits zwölf Zähler eingefahren haben und damit bestes Auswärtsteam der Liga sind. Und so fuhr die TSG dank der Treffer von Arian Llugiqi (84.) und Ayoube Amaimouni (90.+6) tatsächlich den zweiten Heimsieg der Saison ein.
„Ich weiß nicht, wie viele Hochkaräter wir heute hatten. Die Niederlage ist unglücklich, aber mit so einer Leistung und so einem Teamspirit kann ich leben“, sagte Waldhofs Trainer Luc Holtz. Das Ergebnis passe nicht zum Spielverlauf, in dem der Waldhof allerdings die Effektivität vor dem gegnerischen Tor vermissen ließ. Den ungenauen letzten Pass hatte schon Kapitän Lukas Klünter zur Halbzeit moniert, obgleich auch im ersten Durchgang der Waldhof ein Mehr an Chancen herausgespielt hatte.
Okpala verrutscht der Ball
Doch der Waldhof drückte weiter auf die Tube. So tauchte etwa Kennedy Okpala nach Vorarbeit von Adama Diakhaby frei vor Torhüter Lukas Petersson auf und legte den Ball am Tor vorbei (75.). „Der Ball rutscht mir irgendwie ab. Das muss ich anders lösen. Das ist ärgerlich“, zeigte sich der 20-jährige Neustadter selbstkritisch, der an seine starken Leistungen der vergangenen Woche anknüpfte.
Und so brachte sich der Waldhof selbst um den Lohn der überzeugenden Arbeit. „Wir haben an den letzten Spielen angeknüpft, leider haben wir die Tore nicht gemacht. Das ist so im Fußball. Das Einzige, was sie machen können, ist weiter so zu arbeiten“, sagte Holtz. Er beurteile seine Elf über die Art und Weise, Fußball zu spielen: „Und die war gut heute. Natürlich bin ich über das Ergebnis enttäuscht“, sagte der Luxemburger.
Auch Terrence Boyd kann nicht mehr helfen
Allerdings hielt Torhüter Thijmen Nijhuis den Waldhof mit starken Paraden auch im Spiel. Mehrfach musste er sein ganzen Können aufbringen, um den Einschlag im Waldhof-Tor zu verhindern. Gegen den Abstauber von Llugiqi nach einem langen Kopfball von Yannik Lührs war er dann machtlos. Innenverteidiger Niklas Hoffmann konnte nicht mehr entscheidend stören.
Der Waldhof stemmte sich gegen die Niederlage. Holtz brachte in der Schlussphase noch Terrence Boyd als dritten Stürmer. Doch in dieser entscheidenden Phase der Partie fehlte dann doch die Durchschlagskraft. In der Nachspielzeit machte dann Amaimouni frei vor Nijhuis den Sack zu, nachdem er sich gegen Diego Michel durchgesetzt hatte.
„Wir haben viele Chancen in der ersten Hälfte und müssen früh das 1:0 machen“, zeigte sich Okpala ebenfalls enttäuscht, dass es nichts mit dem vierten Auswärtssieg der Saison wurde. Dieser kann aber bereits am kommenden Freitag folgen. Dann reist der Waldhof-Tross zu Spitzenreiter MSV Duisburg (19 Uhr). Wenn zumindest der Relegationsplatz in der extrem engen Liga weiter in Sicht bleiben soll, müssen die Kurpfälzer im Ruhrgebiet wieder punkten.