Handball
Djibril M’Bengue, der Spätberufene im deutschen Nationalteam
In der Saison 2011/2012 gab Alfred Gislason den Magier. Mit dem THW Kiel wurde der Trainer ohne einen einzigen Punktverlust deutscher Meister. Abrakadabra: Vor den Länderspielen gegen Portugal im November, die eine Zäsur einleiteten, zauberte der Bundestrainer Djibril M’Bengue aus dem Hut.
Djibril M’Bengue?
Genau, der rechte Rückraumspieler feierte sein Debüt in der Nationalmannschaft. Auf der Position wurde ein Platz frei, weil Steffen Weinhold seine Karriere im Nationalteam beendete. Die Personalie Djibril M’Bengue war eine große Überraschung, weil der Sohn eines Senegalesen und einer Deutschen beim FC Porto spielt und nicht so im Fokus steht. Am Freitag beim 30:26-Erfolg gegen die Schweiz, eine Woche vor dem Aufgalopp bei der Europameisterschaft gegen Belarus, war er in der Anfangsformation.
Knie wieder in Ordnung
„Er ist gut angekommen, er kann uns helfen, ist körperlich fit. Er hat sich sehr gut entwickelt. Ich erinnere mich an ein sehr gutes Spiel, das er gegen Kiel gemacht hat“, berichtete der Bundestrainer. Fünf Jahre spielte Djibril M’Bengue beim TVB Stuttgart, bevor ihn der Ruf aus Portugal ereilte, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung erzählte. Wie kam es zu dem Wechsel? „Bei mir war es so, dass meine Karriere damals am seidenen Faden hing. Mein Knie hat nicht mehr so mitgemacht, es war genau der richtige Schritt. Magnus Andersson hat mich angerufen und gesagt, er möchte mich verpflichten. Das Knie ist wieder super, ich bereue keinen Moment, dass ich diesen Schritt gewagt habe“, betonte der Halbrechte.
Ab Sommer spielt er für den Bergischen HC. Der Überraschungsgast im deutschen Kader freut sich, im Kreis der Besten zu sein. „Das ist natürlich eine Riesenehre, in der Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Ich bin einfach nur stolz, froh und glücklich, ich nehme jeden Moment mit“, sagte der 29-Jährige, der mit Kai Häfner und Christoph Steinert um den Platz im Team kämpft. „Teilweise konnte ich gegen die Schweiz Akzente setzen, natürlich will jeder mehr spielen“, sagte er. Heute wartet mit Frankreich der nächste Härtetest.