Hintergrund
Die Zukunft des Handballs steht auf dem Spiel
Die Entscheidungen der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und des Pfälzer Handball-Verbandes (PfHV) nach Befragungen der Vereine waren knapp. Viele Befürworter einer Unterbrechung zeigen, wie stark die Regelungen der Politik die Vereine belasten.
Wer zahlt die bei der neuen 2G-plus-Regel nötigen Tests? Wer kontrolliert Selbsttests vor Ort bei Spielern, Schiedsrichtern und Zuschauern? Bei einigen Teams gibt es so viele ungeimpfte Aktive, dass sie kaum noch sieben Namen auf den Spielberichtsbogen bekommen. Und der PfHV hat angekündigt, nicht mehr alle Spiele mit Schiedsrichtern besetzen zu können, da einige nicht geimpft oder nicht willens sind, sich durch 2G-plus-Regelungen zu quälen.
Jugendhandball im Blickpunkt
Der Entscheid beider Verbände basiert auch auf dem Gedanken, den Jugendhandball weiterzuführen, um dem Sport überhaupt noch eine Zukunft zu geben. 2000 Mitglieder hat der PfHV seit Pandemie-Beginn laut Präsident Ulf Meyhöfer verloren. „Eine weitere Pause würde wieder den Verlust von Aktiven bedeuten“, sagt Jan Burgard, Trainer der Frauen der HSG Lingenfeld/Schwegenheim. „Jedes Kind, das wir jetzt verlieren, kommt nicht mehr zurück“, betont Helmut Wesper, Abteilungsleiter des TV Wörth.
Kreis Germersheim schließt Hallen
Der Kreis Germersheim schließt seine Hallen, auch für den Trainingsbetrieb. Die untergeordneten Kommunen sollen mitziehen. Nur für die Oberliga-Teams aus Kandel und Wörth gibt es eine Ausnahmeregelung, für die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam noch nicht, da die genutzten Hallen den (Verbands-)Gemeinden gehören und ab heute (Kuhardt) beziehungsweise Montag (Bellheim) gesperrt werden. Matthias Götz, Leiter des SG-Sportausschusses, hofft auf eine Lösung, sieht aber viele Fragezeichen, auch bei der Dauer der Sperrung, die der Kreis mit 3. Januar angegeben hat, die die VG Rülzheim für die Kuhardter Halle aber um eine weitere Woche verlängerte. Götz kann das nachvollziehen angesichts der hohen Inzidenzen im Kreis, jedoch sei ihm im Handball kein Fall untergekommen, wo ersichtlich sei, dass sich Aktive untereinander angesteckt hätten.
Zuschauerzahlen werden sinken
Bei den meisten Mannschaften überwachen die Trainer Selbsttests ihrer Aktiven vor Ort. Zuschauer müssen fast überall ein Zertifikat mitbringen. Eine Ausnahme ist Rodalben: „Wir können auch mitgebrachte Tests in der Halle überwachen“, sagt Abteilungsleiter Romy Hirtle. „Die Zuschauerzahlen werden drastisch sinken“, folgert Yannick Adrian, Trainer der Frauen der FSG Neuhofen/Waldsee – fehlende Einnahmen für die ohnehin gebeutelten Vereine ...