Eishockey
Die Verkrampfung löst sich einfach nicht bei den Adlern Mannheim
Für die Mannheimer war es am Sonntag die erste Saisonniederlage in der Deutschen Eishockey-Liga, die Löwen feierten hingegen am sechsten Spieltag ihren ersten Sieg.
„Derbydruck“ nannte Adler-Stürmer Yannick Proske das Gefühl, dass offensichtlich die Adler eher lähmte, während es die Frankfurter beflügelte. Da half auch das Schussverhältnis nichts, und dass am Ende praktisch alle Statistiken zugunsten der Gastgeber sprachen. Immer wieder hieß die Endstation Mirko Pantkowski im Löwen-Tor. Die wichtigste Statistik sprach für die Gäste: „Wir haben unsere Chancen nicht gemacht, Frankfurt hat getroffen“, bilanzierte Verteidiger Nicolas Mattinnen.
Unfreiwillige Vorlage
Der hatte die Adler selbst noch im Spiel gehalten, nach tollem Pass von Marc Michaelis zum 2:2 (26.) getroffen, nachdem zwei Minuten zuvor ausgerechnet Nachwuchsspieler Colin Schlenker beim Aufbaupass der Schläger gebrochen war, die Scheibe unkontrolliert durch das Verteidigungsdrittel kullerte und Nath Burns sich für die Frankfurter für die unfreiwillige Vorlage bedankt hatte. Das 1:2 stellte den Spielverlauf zwar auf den Kopf, den Gästen und ihrem zahlreich mitgereisten Anhang war es jedoch von Herzen egal. Erst recht, als Cameron Brace in der Verlängerung, nach einem insgesamt an Höhepunkten armen Schlussdrittel den Siegtreffer (64.) für die Frankfurter erzielte.
Dabei sprach vor dem Auftaktbully wirklich alles für die Mannheimer, die bis dahin den perfekten Saisonstart gezeigt hatten, mit fünf Siegen in Serie einen neuen Klubrekord aufstellten und diesen auch gerne ausgebaut hätten – zumal sie nach einer Bilanz von drei Niederlagen und nur einem mühsamen Sieg gegen das Kellerkind im Vorjahr noch einiges gutzumachen hatten. Selbst die äußeren Vorzeichen meinten es nicht gut mit den Löwen, die nach einem Defekt am Mannschaftsbus teilweise mit den privaten Autos angereist waren.
Mannheim legt los wie die Feuerwehr
Entsprechend legten die Mannheimer los wie die Feuerwehr. Zack Solow traf nach sechs Minuten im ersten Überzahlspiel, nachdem zuvor Lukas Kälble (1.), Mattinnen und John Gilmour (2.), oder auch Matthias Plachta (5./6.) beste Chancen ausgelassen hatten. Aus heiterem Himmel fiel der Ausgleich, bei dem Daniel Wirt (16.) unberührt an vier Mannheimer Verteidigern vorbeifahren durfte und auch Max Franzreb im Tor keine Chance ließ. „Wir haben die Chancen, aber uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit, die Dinger auch reinzumachen“, fasste Proske die von ihm angesprochene Verkrampfung zusammen.
Eine Verkrampfung, die sich das gesamte Spiel über einfach nicht lösen wollte, obwohl das Chancenplus weiter deutlich aufseiten der Mannheimer war. Es half nichts. Am Ende jubelten die Hessen über die beiden ersten Punkte in dieser Saison und nicht nur Trainer Tom Rowe war erleichtert. Torschütze Zach Solow fasste es knapp zusammen: „Bei uns passt alles, außer das Ergebnis.“
Eakins’ Sichtweise
Diesem misst Adler-Trainer Dallas Eakins generell wenig Bedeutung bei: „Wir müssen weiter daran arbeiten, weniger an das Ergebnis zu denken und uns mehr auf unseren Weg zu konzentrieren.“ Eine geradezu buddhistische Denkweise, die den Fans nach der vierten Derbyniederlage in zwei Jahren aber wenig Trost spendete.