Eishockey
Die Adler Mannheim haben einen guten Tritt bekommen
Mannheim. Zumindest einem unter den 12.184 Zuschauern in der SAP-Arena kam diese Niederlage aber keinesfalls ungelegen und das war ausgerechnet Adler-Trainer Dallas Eakins.
Helmut de Raaf brachte es als Trainer der Mannheimer Jungadler einmal auf den Punkt: „Ich freue mich über Niederlagen, weil mir die Spieler im Anschluss viel besser zuhören, wenn ich ihre Fehler aufzähle, als nach Siegen.“ Ähnlich dürfte es auch Eakins am Freitagabend ergangen sein. „Natürlich will man jedes einzelne Spiel gewinnen, aber ich bin froh, dass es uns jetzt passiert ist. Wir haben heute einen guten Tritt bekommen und gesehen, dass wir in jedem Spiel unser Maximum geben müssen.“ Gegen die Schwarzwälder sei man jedoch höchstens 95 Stundenkilometer gefahren, wo es doch 100 gebraucht hätte. „Wir werden für Sonntag bereit sein“, sagte er, kündigte eine entsprechende Aufarbeitung an.
Ausgerechnet Schwenningen
Besonders ärgerlich für die Zuschauer, dass der Mannheimer Motor bereits zum zweiten Mal ausgerechnet in einem Spiel stotterte, das für die Zuschauer besonders wichtig ist. Retteten die Adler bei der Heimniederlage gegen Frankfurt vor drei Wochen in der Verlängerung aber zumindest noch einen Punkt, gelang den Badenern gegen die schwäbischen Schwarzwälder vor eigenem Publikum noch nicht einmal ein Torerfolg – die sportliche Höchststrafe.
Und es gab dabei einiges aufzuarbeiten. So bedeutete das 0:1 durch Tyson Spink (23.) den vierten Gegentreffer beim vierten Unterzahlspiel in Serie. Nur mit dem Fehlen von Spezialist Tom Kühnhackl ist das nicht erklärt. Vor dem 0:2 (51.) durch Tylor Spink war Matthias Plachta nicht auf der Höhe und offenbarte im Anschluss im Rückzugsverhalten seine Geschwindigkeitsdefizite. Und dass die Mannheimer auch mit dem zusätzlichen Feldspieler viereinhalb Minuten vor dem Ende keine nennenswerte Gefahr vor dem von Joacim Eriksson gut behüteten Schwenninger Tor kreieren konnten, wird ein weiterer Ansatzpunkt der Trainerarbeit sein.
Gäste mit Leidenschaft
Unverdient war der Sieg der Gäste nämlich nicht. Die kämpften mit der Leidenschaft und Intensität, die sich Eakins auch von seiner Mannschaft gewünscht hätte. „Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen und die Scheibe nicht hinter den Gegner gebracht“, bilanzierte einer, dessen Rückkehr aus Sicht der Adler zumindest ein kleines Highlight bedeutete.
Sieben Spiele nach dem brutalen Check gegen seinen Kopf durch den Berliner Yannick Veilleux stand Stürmer Luke Esposito wieder mit auf dem Eis. „Es tut gut ihn wieder zurückzuhaben. Das Team hat sich sehr für ihn gefreut“, unterstrich Coach Eakins.
Spielerisch brachte der Rückkehrer, der seinen angestammten Platz zwischen Matthias Plachta und Maximilian Heim einnahm, das Team aber noch nicht weiter. „Wir haben nie zu unserem eigentlichen Spiel gefunden“, sagte er selbstkritisch. Schwenningen habe „die Summe der Kleinigkeiten“ besser gemacht. Und so kam es zur Heimniederlage in dem prestigeträchtigen Spiel.
Es gab für die Trainingseinheit am Samstag also einiges aufzuarbeiten, ehe sich die Adler zum Auswärtsspiel bei den Wolfsburg Grizzlys (Sonntag, 14 Uhr) aufmachten. Und das Gute nach dem Ende einer immerhin zehn Spiele andauernden Serie ist aus Trainersicht klar: Nach einer solchen Serie ist vor der nächsten. „Wir wollen die Standards halten, die wir selbst gesetzt haben.“
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