Meinung
Deutsche Nationalmannschaft vor der WM: Ein bisschen Optimismus
Vor den Spielen gegen die Schweiz und gegen Ghana war die Losung: Einspielen statt testen. Diese Herangehensweise mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Nordamerika war schnell obsolet, denn mit Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha fielen die zwei wichtigsten defensiven Mittelfeldstrategen aus, Angelo Stiller durfte mitmachen, der Stuttgarter war zunächst eigentlich gar nicht im Kader.
Einiges probiert
Bundestrainer Julian Nagelsmann probierte dann doch wieder einiges, so tauchte Mittelstürmer Kai Havertz am Montag als rechter Außenspieler auf. Nach sieben Wechseln früh in der zweiten Halbzeit hatte die Mannschaft ein komplett anderes Gesicht.
Noch erlaubt sich das deutsche Team einige Schwächen zu viel, der Auftritt beim Sieg in der Schweiz wurde übertüncht von der Weltklasseleistung Florian Wirtzs und seinen sagenhaften Toren beim 4:3. Vorsichtiger Optimismus ist angebracht, wenn es im Juni gegen Curaçao losgeht.
Klare Ansagen
Der Kader füllt sich. Wichtig: Es gab klare Ansagen von Nagelsmann. Der Gewinner der beiden Partien ist der 18-jährige Lennart Karl, der mit einem frechen, mutigen Auftritt sein Talent belegte. Kai Havertz hat nach langer Verletzungspause seinen Wert für die Mannschaft unterstrichen. Im Sturm hat Nagelsmann viele, viele Möglichkeiten. Leroy Sané, der bei seiner Einwechslung ausgepfiffen wurde, was Trainer und Spieler nicht angebracht fanden, bleibt ein Rätsel. Immerhin holte er sich mit seiner Vorlage zum Siegtor gegen Ghana Selbstvertrauen.