Handball
Der Friesenheimer Erfolgsweg: Frauenteam auf Höhenflug
Mit einem 33:27-Erfolg über den HCD Gröbenzell verabschiedeten sich die Handballerinnen der TSG Friesenheim vom eigenen Publikum. Über die endgültige Platzierung entscheidet zwar erst der letzte Spieltag am kommenden Wochenende, die Überraschungsmannschaft der Liga sind die Friesenheimerinnen aber schon jetzt.
Platz acht und ein knapp positives Punktekonto waren die Ausbeute im Aufstiegsjahr der vergangenen Saison. Mit kaum verändertem Kader, aber einem Jahr mehr an Erfahrung könnte in diesem Jahr im schlechtesten Fall Platz vier in der Endabrechnung herausspringen. Im Optimalfall feiert die Mannschaft des scheidenden Trainers Eyub Erden die Vizemeisterschaft.
„Das hätte vor dieser Saison niemand von der Mannschaft erwartet“, sagte der Sportliche Leiter Martin Buschsieper. Er wusste auch, bei wem er sich dafür bedanken durfte. „Eyub ist der Verantwortliche für alles, was hier passiert. Er ist dafür verantwortlich, wo wir spielen und wie wir spielen. Er ist wahrscheinlich der wichtigste Trainer, den wir im Frauenbereich jemals hatten“, hielt Buschsieper eine kleine Laudatio.
Noch nicht das Ende der Fahnenstange
Tatsächlich sind die Leistungssprünge des Teams bemerkenswert. Nach einer Konsolidierungssaison folgte der souveräne Aufstieg aus der heutigen Regionalliga, gefolgt von einem ebenso sicheren Klassenverbleib in der dritthöchsten deutschen Spielklasse – zum Abschluss eventuell die Vizemeisterschaft. Es müsse aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Der nächste Trainer kann noch einiges weiterentwickeln“, sagte Erden in Richtung seines Nachfolgers Niklas Weißbrod, der vom hessischen Regionalligisten TSG Eddersheim nach Friesenheim wechselt.
Noch im Oktober hatte Erden Fragen nach dem Spitzenpotenzial seiner Mannschaft entrüstet verneint. Letztlich liegt die Wahrheit aber auch in der Dritten Handballliga auf dem Platz. „Am Saisonende lügt die Tabelle nicht.“ Und selbst wenn es am Ende „nur“ der vierte Platz in der Verfolgergruppe hinter Meister Ketsch werden sollte: Die Entwicklung der Eulenfrauen in dieser Runde ist beeindruckend. „In der ersten Saison hatten wir vier oder fünf Spiele, in denen wir unser Niveau nicht erreicht haben. Diese Saison waren es zwei.“ Die Mannschaft habe sich geistig und auch körperlich weiterentwickelt. „Die Mannschaft habe vor allem körperlich zulegen müssen und dabei die vorhandenen Stärken beibehalten. Die größte Stärke dabei waren Tempo, Tempo und noch einmal Tempo.
Tempo, Tempo, Tempo
„Wir setzen auf bedingungsloses und konsequentes Tempospiel“, erklärt Buschsieper Erdens Spielidee. Diese sei damit zwar für alle Gegner leicht auszurechnen, „aber die wenigsten waren in der Lage, das auch zu verhindern.“ Tempo und damit einhergehend auch optimale Kondition, denn einen Großteil der Spiele, 14 Siege, zwei Unentschieden und nur fünf Niederlagen, haben die Eulenfrauen in der Schlussviertelstunde auf ihre Seite gezogen. Dieser Weg habe Opfer gefordert, räumt Buschsieper ein, „aber der Erfolg spricht für sich. Deshalb haben wir diesen Weg jetzt zu unserem Weg gemacht“.
Aus dem Tempokollektiv ragt Rebecca Brecht etwas heraus. Sie steht vor dem Saisonabschluss auf Platz eins der Torjägerliste der Liga. Auch an ihr lässt sich die Entwicklung des Teams in einfachen Zahlen festmachen. Vorige Saison traf die 28-Jährige 159 Mal in 22 Partien. Heuer liegt sie bei einem Spiel weniger bei 163 Treffern. Vor allem die bessere Abwehr hat den Höhenflug ermöglicht. Vorige Runde war die TSG mit 693 Gegentoren noch die zweitschwächste Defensive der Liga. Nun bekamen nur sechs Mannschaften mehr Tore.