Eishockey
Der erste Stresstest für die Adler Mannheim
Damit verspielte die Mannschaft von Trainer Dallas Eakins innerhalb einer Woche die Tabellenführung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Von Alarmstimmung ist bei den Adlern aber nichts zu spüren.
2:5, 3:4 nach Verlängerung, 0:4 und 2:4. Von zwölf möglichen Zählern sicherten sich die Adler zuletzt gerade einmal einen einzigen Punkt. Sicher ging es dabei keinesfalls um Laufkundschaft, mussten die Adler in Ingolstadt, Berlin und München antreten. Deshalb schmerzt am ehesten die Niederlage vor eigenem Publikum gegen Nürnberg.
Die Verunsicherung der Adler steigerte sich jedoch innerhalb dieser Woche zunehmend und gipfelte in der Heimniederlage. Die hatten zwar einerseits kein Scheibenglück, feuerten zwar 51 (!) Schüsse auf das Tor von Nicklas Treutle ab. Aber das Scheibenglück, das vor einer Woche noch ein festes Zuhause in Mannheim hatte, scheint weitergezogen zu sein. Benötigten die Adler bis zur aktuellen Niederlagenserie statistisch nur 1,7 Schüsse für einen Treffer, war die Quote schon vor dem Heimspiel auf 3,9 abgesunken. Die Erfolgsquote gegen Nürnberg, gegen die lediglich Lukas Kälble (23.) und Maxi Heim (55.) trafen, war ein weiterer Tiefpunkt.
Führung hergegeben
Nachdem die Adler in Ingolstadt und Berlin jeweils eine Zwei-Tore-Führung teilweise hergeschenkt hatten und in München vor allem im Angriff über 60 Minuten zu harmlos blieben, fehlte gegen Nürnberg ebenfalls die Durchschlagskraft in der Offensive. Ein wenig verwunderlich, denn gerade die Qualität in der Breite war es, die über die ersten 13 Spieltage noch zur großen Stärke der Adler gezählt hatte.
Überhaupt ist es bemerkenswert, wie viele der Pluspunkte sich mit der Verletzung von Tom Kühnhackl Anfang Oktober mittlerweile in Schwächen verwandelt haben. Das Team mit dem ehemals stärksten Unterzahlspiel der Liga, das in den ersten neun Begegnungen gerade einmal einen Treffer schlucken musste, ist mittlerweile auf Platz sechs abgerutscht. Auch gegen Nürnberg kassierten die Adler das 0:2 (Tyler Spezia, 18.) einen Treffer mit einem Spieler weniger.
In Überzahl Probleme
Und auch in Überzahl klappt es längst nicht mehr so gut. Da nutzten gegen die Icetigers auch satte 48 Sekunden mit gleich zwei Spielern mehr auf dem Eis nichts, auch wenn die Quote von knapp 30 Prozent nach wie vor Ligaspitze bedeutet. Zu statisch, zu berechenbar agierten die Adler zuletzt mit einem Spieler mehr auf dem Eis. Zu sehen auch gegen Nürnberg, wo Trainer Dallas Eakins schon knapp sieben Minuten vor dem Ende einen sechsten Feldspieler zugunsten von Torhüter Maximilian Franzreb aufs Eis schickte. Zwar traf Heim in dieser Situation. Von Sicherheit, Zielstrebigkeit und Gefahr war das Mannheimer Spiel aber über die größte Zeit weit entfernt. Nürnberg machte aus wenig viel, ging durch Roman Kechter in Führung (11.), erhöhte im ersten Durchgang durch Spezia, beantwortete Kälbles Anschlusstreffer mit dem 3:1 (Samuel Dove-McFalls, 29.) und erhöhte durch Spezia gar auf 4:1 (44.).
Fohrler relativiert
Verteidiger Tobias Fohrler sieht die abgelaufene Woche als „ersten Stresstest des Jahres“ und sieht den Zeitpunkt dabei sogar als Vorteil. „So eine Situation hat man lieber früh in der Saison, um die Erfahrung für den weiteren Saisonverlauf gemacht zu haben.“ Insgesamt sei die Stimmung im Kader daher noch immer sehr gut.