Fussball
Der Einzug in den DFB-Pokal als letztes großes Waldhof-Ziel
Die Mannschaft des SV Waldhof Mannheim hat in ihrem Spiel immer wieder lange Phasen, in denen sie schon fast lethargisch auf dem Platz steht – wie am Samstag in der ersten Hälfte gegen Erzgebirge Aue. Da hatten die Kurpfälzer Glück, nicht höher als mit 0:1 in die Kabine gehen zu müssen. Auch in der Vorwoche bei der 1:4-Niederlage beim VfL Osnabrück war die Mannschaft zu behäbig und immer wieder zu weit weg vom Gegner, der vor allem im zweiten Durchgang das Ergebnis durchaus noch höher ausfallen lassen hätte können.
„Das ist für mich auch nicht überraschend. Diese Phasen merke ich auch schon in den Trainingseinheiten. Wir müssen immer am Limit sein, wenn wir Punkte holen wollen. Wir haben nicht die Reife und Stärke, dass wir so eine Mannschaft über 90 Minuten unter Kontrolle haben“, stellte Waldhofs Trainer Luc Holtz diese Defizite selbst fest und verwies dabei auch auf das knappe 2:1 gegen den ebenfalls stark abstiegsbedrohten SSV Ulm. So sei die Leistung in den ersten 45 Minuten gegen Aue nicht ausreichend gewesen: „Ich muss aber auch sagen, dass es der Gegner auch sehr gut gemacht und viel investiert hat“, betonte Holtz. Allein Aues Stürmer Marcel Bär hatte drei Mal glänzende Gelegenheiten, um dem Waldhof weh zu tun.
Das sei aber auch Teil des Geschäfts, diese Momente so gut es geht zu überleben und dann Schritte nach vorne zu machen: „Deshalb bin ich glücklich über die 45 Punkte, mit denen wir die Klasse gesichert haben. Das ist jetzt das Wichtigste.“ So habe er die Zeit, Spieler auch mal auf für sie ungewöhnliche Positionen zu testen. Erstaunlich gegen Aue: Die beiden Stürmer Felix Lohkemper und Terrence Boyd agierten nach dem 2:5 zum Rückrundenauftakt in Verl erst zum zweiten Mal in dieser Saison in von Beginn an. Holtz denkt trotz dieser teilweise unerklärlichen Aussetzer, dass die Mannschaft einige Schritte nach vorne gemacht habe – das sei auch in dem früh erreichten Klassenerhalt zu erkennen. „Um ganz oben anzugreifen, sind wir noch nicht reif genug. Uns täte sicherlich der eine oder andere erfahrenere Spieler gut, wenn wir den nächsten Schritt machen wollen“, sagte er.
Dazu kommt in der Schussphase der Saison, dass derzeit die Zukunft von rund einem Dutzend Spieler nicht geklärt ist, da deren Verträge auslaufen – und sie damit mitunter mit dem Kopf woanders seien. „Ich war auch einmal Spieler und wenn Du nicht weißt, was in drei Monaten los ist, dann machst Du Dir deine Gedanken und hast eine gewisse Unruhe in dir“, sagte Holtz. Das müsse Gerhard Zuber schnellstmöglich klären, verweist der Trainer auf die Aufgaben des Sport-Geschäftsführers. „Meine Rolle ist es, die Jungs auf das Spiel am kommenden Wochenende vorzubereiten“, betont Holtz. Und das ist am Samstag mit dem Verbandspokal-Halbfinale beim Verbandsligisten 1. FC Bruchsal ein wichtiger Schritt für den klammen Verein, um an den Geldtopf des DFB-Pokals zu kommen. Dafür qualifiziert sich der Pokalsieger. Bei einem Erfolg gegen Bruchsal würde im Endspiel mit Regionalligist VfR Mannheim der alte Stadtrivale warten.