FCK
Der Betze bebt – und der FCK kommt der Zweiten Liga näher
In der ersten Viertelstunde waren die Lauterer vor ausverkauftem Haus und 46.895 Zuschauern deutlich aktiver und übertrugen die Energie, die zu Beginn von den Rängen aufs Spielfeld schwappte, in die eigenen Angriffsaktionen. Daniel Hanslik hatte in der sechsten Minute die erste gute Gelegenheit, sein Schuss aus spitzem Winkel wehrte FCS-Keeper Daniel Batz jedoch zur Ecke ab. Die Führung glückte kurz darauf, als Schiedsrichter Benjamin Brand erstmals in den Fokus rückte. Nach einem Zweikampf zwischen Marlon Ritter und Steven Zellner entschied er auf Elfmeter für den FCK. Den TV-Bilder nach zu urteilen, eine knifflige, aber vertretbare Entscheidung. „Ich berühre ihn gar nicht, aber wenn der Schiedsrichter das in so einem Spiel pfeift, dann ist das eben so“, sagte Zellner.
Führung gibt Sicherheit
Terrence Boyd schnappte sich selbstbewusst den Ball, hatte allerdings Glück, dass kurz darauf ein Torschrei aus rund 40.000 Kehlen zu hören war. Boyds schwachen Schuss hielt Batz, Boyd bekam einen zweiten Versuch, Batz war erneut mit den Fingern dran, ehe Hanslik den Ball von der Torlinie ins Netz drosch – 1:0 (13.).
Der Spielverlauf war nach dem Geschmack der FCK-Fans und des Matchplans der Lauterer. Die Führung gab Sicherheit und den Antwerpen-Schützlingen die Möglichkeit, etwas tiefer zu stehen. Die Saarländer waren nun gefordert, aktiver zu werden, wurden das auch, fanden aber keine Lücken in der guten FCK-Defensive. Lediglich Manuel Zeitz sorgte mit einem Schlenzer aus 20 Metern für Gefahr.
Rote Karte für Kraus
Turbulent wurde es trotz fehlender Torraumszenen kurz vor der Pause trotzdem noch einmal, denn in der 45. Minute sah Kevin Kraus die Rote Karte. Der FCK-Verteidiger ging übermotiviert in einen Zweikampf mit Robin Scheu und traf seinen Gegenüber mit ausgestrecktem Bein am Oberkörper. Absicht war nicht zu erkennen, aber Brand entschied dennoch wegen Rohen Spiels auf Platzverweis – eine vertretbare Entscheidung. „Ich muss sagen, die Karte kann man geben“, sagte FCK-Coach Marco Antwerpen nach der Partie.
Die Lauterer mussten die komplette zweite Hälfte in Unterzahl bestreiten und kassierten bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff den Ausgleich. Der eingewechselte Tobias Jänicke köpfte eine Zeitz-Flanke aus elf Metern zum 1:1 ein, die etwa 5000 mitgereisten FCS-Anhänger übernahmen kurzzeitig das verbale Kommando in der Arena und dem FCK drohte die Begegnung zu entgleiten.
Der FCK findet einen Weg zurück
In Form von Terrence Boyd fanden die Pfälzer aber einen Weg zurück, weil der Stürmer ein kollektives Fehlverhalten der Defensive der Saarbrücker zum 2:1 ausnutzte. Zellner und Lukas Boeder sprangen an einem Abschlag von FCK-Keeper Matheo Raab vorbei und Boyd schoss aus 13 Metern zum 2:1 ein (57.). „Da hat der Betze echt gebebt wie in den alten Tagen“, sagte Antwerpen und war sichtlich beeindruckt von der Kraft, die das Stadion auf dem Betzenberg entfachen kann.
Der Jubel über die erneute Führung vermischte sich mit einem Gefühl der Befreiung, der Aufstieg schien den Anhängern plötzlich greifbar nah. Dieses Gefühl steigerte sich acht Minuten später, als die Lauterer eine tolle Kombination zum 3:1 veredelten. Nach einem Ballgewinn des kurz zuvor eingewechselten Kenny Prince Redondo kam der Ball über Ritter und Philipp Hercher zu Redondo zurück, der mit einem kompromisslosen Flachschuss zum 3:1 traf (65.). Das bedeutete früh die Entscheidung, weil der 1. FC Saarbrücken keine Mittel mehr fand, um den FCK in Gefahr zu bringen.
Freitag gehts in Wiesbaden weiter
Der 1. FC Saarbrücken hat den Anschluss an die Aufstiegsränge nun verloren, während es der FCK weiterhin selbst in der Hand hat, in die Zweite Liga zurückzukehren. Gewinnen die Antwerpen-Schützlinge die noch ausstehenden drei Partien, sind sie nicht mehr vom zweiten Platz zu verdrängen. Zunächst werden die Pfälzer am kommenden Freitag (19 Uhr) beim SV Wehen-Wiesbaden gefordert.
1. FC Kaiserslautern: Raab (2,5) – Tomiak (3), Kraus (4,5), Winkler (3) – Hercher (2/83. Schad), Ciftci (2,5), Zuck (3) – Ritter (3), Wunderlich (3) – Hanslik (3/58. Redondo 2), Boyd (2/87. Klingenburg)
1. FC Saarbrücken: Batz – Becker (46. Jänicke), Boeder, Zellner – Ernst, Zeitz, Gnaase (46. Gouras), Krätschmer – Günther-Schmidt, Scheu (74. Hawkins) – Jacob (66. Steinkötter)
Tore: 1:0 Hanslik (13.), 1:1 Jänicke (48.), 2:1 Boyd (57.), 3:1 Redondo (65.) - Gelbe Karten: Antwerpen (Trainer) - Gnaase , Krätschmer - Rote Karte: Kraus (45., Rohes Spiel) - Zuschauer: 46.895 - Schiedsrichter: Brand (Unterspiesheim).
