Sportkolumne
Der Auftritt der deutschen Fußball-Elf in der Slowakei war blamabel
Peinlich. Blamabel. Erschreckend. Jedes Adjektiv sitzt. So lässt sich die Leistung der deutschen Mannschaft am Donnerstag in Bratislava zusammenfassen. Die Elf hat alles vermissen lassen und verdient 0:2 verloren. Der Auftritt war blutleer. Und das im ersten Spiel der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft. Nicht vergessen: In der Euphorie der passablen Heim-EM rief Bundestrainer Julian Nagelsmann ja im vergangenen Jahr den WM-Titel als Ziel aus. Davon ist die Mannschaft sehr, sehr weit weg. Wie kann es sein, dass ein deutsches Team die Begeisterung, die Gier vermissen lässt? Das ist doch die Grundvoraussetzung, um erfolgreich Fußball zu spielen. Die Mannschaft hatte keine Idee, sie hatte keinen Plan, sie hatte keinen Willen, die Slowakei in Bedrängnis zu bringen. Und es waren ja, bis auf Kai Havertz, Tim Kleindienst, Jamal Musiala und Marc-André ter Stegen, die Spieler dabei, die auch die Weltmeisterschaft bestreiten sollen. Bitter. Wo sind die Mentalitätsspieler? Mit dieser Innenverteidigung wird das nichts. Robin Koch hat endlich eine richtige Chance verdient.
Julian Nagelsmann muss schnell die Wende schaffen. Er muss zeigen, was er kann. Das war schon die dritte Niederlage in Folge. Die letzten guten Auftritte gab es bei der Nations League gegen Italien, beim Rückspiel in Dortmund war ja aber auch nach einer Stunde Schluss und die Elf verspielte die 3:0-Führung. Und warum das erneute Wechselspiel mit Joshua Kimmich? Philipp Lahm beendete 2017 seine Karriere ...
Augsburgs Trainer Sandro Wagner tut der Fußball-Bundesliga gut
Sandro Wagner ist seit diesem Sommer Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg. Der 37-Jährige tut dem Klub gut und er tut der Liga gut. Er ist tatsächlich ein Typ. Wagner ist wortgewandt, er versteckt sich nicht hinter Sprachhülsen, er hat eine klare Meinung.
Überhaupt hat er eine bemerkenswerte Wendung in seinem Fußballer-Leben geschafft. Er schien als Spieler auf dem absteigenden Ast, bekam dann bei Darmstadt 98 und der TSG 1899 Hoffenheim noch einmal die Kurve, wurde Nationalspieler, wechselte zum FC Bayern München. Bei der SpVgg Unterhaching hat er sich erste Trainerverdienste erworben. Ein leichterer Weg wäre gewesen, als Assistent von Julian Nagelsmann mit der Nationalmannschaft (womöglich) zur WM nach Nordamerika zu fliegen. Wagner traut sich. So war es richtig, das fehlerhafte Verhalten beim FC Bayern vergangene Woche nach dem Zusammenprall von Sacha Boey und Robin Fellhauer anzuprangern. Aber: Mit dem Satz „Ich sehe es nicht, dass wir weniger Qualität haben als Bayern“ hat er sich keinen Gefallen getan. An dem Satz wird er gemessen, wenn es beim FC Augsburg mal nicht so läuft. Klar, er wollte seine Mannschaft nach der Niederlage gegen den Champion stärken – aber doch nicht so! Damit macht sich Wagner angreifbar. Die graue Maus FC Augsburg ein bisschen bunter zu machen, ist durchaus in Ordnung. Aber auf vernünftige Art und Weise.
Der Glanz bei Bayer Leverkusen ist weg
Alles nur geträumt? Vor einem Jahr räumte Bayer Leverkusen ab, wurde deutscher Meister und Pokalsieger. Von dem Hoch ist nicht mehr viel geblieben. Fast alle Leistungsträger haben den Klub verlassen, Trainer Erik ten Hag wurde nach nur zwei Bundesliga-Spielen entlassen. Das scheint doch ein wenig früh, der Niederländer hatte keine Zeit, sich zu beweisen. Als er unterschrieb, hatte das Leverkusener Team noch ein völlig anderes Gesicht.
Bayer konnte sich lange auf den Abschied von Meistermacher Xabi Alonso einstellen, wie bitter ist denn dann die rasche Erkenntnis, dass es nach Darstellung von Sportchef Simon Rolfes nicht passte mit der Werkself und dem Trainer. Die Vorwürfe sind hart: keine Spielidee, schlechte Ansprachen, fehlendes Teambuilding. Aber hätte man nicht nach ten Hags unergiebiger Zeit bei Manchester United gewarnt sein müssen? Das war eine kostspielige Personalentscheidung.