Kommentar
Das Hoch tief im Westen hält an
Mit dem überraschenden 4:3-Sieg bei Borussia Dortmund machte Aufsteiger VfL Bochum den Klassenerhalt am 32. Spieltag perfekt. Es gab nur noch winzige Zweifel. Der VfL spielte für seine Verhältnisse eine astreine Runde. Die Mannschaft zeigte viel Leidenschaft, glaubte von Anfang an die Chance, nutzte die Comeback-Möglichkeit konsequent. Auch der Abgang des besten Spielers in der Zweitliga-Saison, Robert Zulj, der zu Al-Ittihad Kalba SC ging, wurde kompensiert.
Spieler schlagen ein
Spieler, die andernorts nicht besonders auffällig waren, wie Konstantinos Stafylidis in Hoffenheim, entpuppten sich als wertvolle Kräfte. Auch der monatelange Ausfall von Simon Zoller entmutigte die Bochumer nicht. Das Märchen der Gebrüder Reis, Riemann und Polter geht weiter, der alles entscheidende Faktor beim gelungenen Bundesliga-Comeback war Coach Thomas Reis, der die Mannschaft zusammenstellte, aufbaute, formte. „Punktabzug“ gibt es nur für den Bierbecher-Wurf auf Schiedsrichter-Assistent Christian Gittelmann.
Fürth schafft es nicht
Demgegenüber schaffte es Greuther Fürth nicht, die Abgänge der beiden Besten, Anton Stach und David Raum, aufzufangen. Fürth spielte eine schlechte Hinserie, verabschiedete sich dann respektvoll aus der Bundesliga. Dass Trainer Stefan Leitl sich für einen anderen Klub entschieden hat, kann man nachvollziehen. Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart kämpfen unverdrossen um Platz 16. Hertha BSC scheint gerettet, die Attacke von Trainer Felix Magath auf den FC Bayern war unnötig. Erstens hat er das Spiel in Mainz nicht gesehen, zweitens ist der Spannungsabfall des Meisters ein klein wenig zu verstehen. Dennoch verweist Trainer Julian Nagelsmann zu Recht auf die „Grundleidenschaft“. Die Bayern patzten zu oft. Sie wirken müde.