Fussball
Boyds Vertragsverlängerung tröstet Waldhof-Fans über klare Niederlage
Der Mann des Tages beim SV Waldhof Mannheim kam am Samstag erst in der 46. Minute ins Spiel – und konnte auch nichts an der 1:4 (0:2)-Niederlage der Blau-Schwarzen gegen den MSV Duisburg ändern. Stürmer Terrence Boyd brachte die große Mehrheit der 13.500 Zuschauer im Carl-Benz-Stadion schon vor dem Spiel in Wallung, als er am Mikrofon verkündete, dass er seinen Vertrag um ein Jahr verlängert habe.
Rücktritt vom Rücktritt
Im Dezember hatte Boyd sein Karriereende zum Ende dieser Saison angekündigt. Die Planungen liefen, dass er sich künftig als Trainer in der Nachwuchsabteilung beim SV Waldhof verdient macht. Nun der Rücktritt vom Rücktritt.
Der SV Waldhof lud in einem von beiden Seiten offensiv geführten Spiel die Gäste mit individuellen Fehlern förmlich zum Tore schießen ein. Dabei setzte sich vor allem der Ex-Waldhöfer Dominik Kother mit einem Doppelpack vor der Pause in Szene. Vor dem 0:1 verlor Diego Michel den Ball, der SV Waldhof war zu passiv, und so traf Kother zur Duisburger Führung aus sechs Metern (8.). Beim 0:2 war Vincent Thill zu schläfrig, Tiger Lobinger traf aus 18 Metern den Pfosten, und den Abpraller nagelte Kother in die Maschen (41.).
Engagierter Start
Der SV Waldhof war durchaus engagiert, mehr als eine Chance von Lovis Bierschenk kam im ersten Durchgang dabei aber nicht heraus (24.). Mannheim hatte zudem Pech, dass ein Foul von Rasim Bulic an Masca keinen Strafstoß zur Folge hatte – eine 50:50-Entscheidung (15.). „Wir haben den klaren Elfmeter nicht bekommen. Das hat uns etwas aus dem Spiel genommen“, sagte Waldhofs Trainer Luc Holtz.
Das war aber am Ende nicht der entscheidende Faktor, dass die Kurpfälzer gegen eines der Top-Teams der Liga nach zuvor fünf Heimspielen mal wieder als Verlierer den Platz des Carl-Benz-Stadions verlassen mussten. „Wer vier Tore macht, hat es verdient, das Spiel zu gewinnen. Gegen die Mannschaften, die oben stehen, muss man besser verteidigen. Wir hatten auch nach dem Anschlusstreffer durch Felix Lohkemper wenig Kontrolle. Das 1:4 war die logische Konsequenz“, urteilte Holtz.
In der Tat machte der spielfreudige Tiger Lobinger nach einem Aussetzer von Innenverteidiger Niklas Hoffmann direkt nach dem Wiederbeginn mit seinem Treffer aus wenigen Metern den Sack an diesem Tag zu – und feierte sein Tor mit einem Salto (48.). Da war Boyd gerade eingewechselt worden. Und wenig später folgte auch Felix Lohkemper von der Bank, der in der 61. Minute die Offensivbemühungen des Waldhofs mit dem 1:3 belohnte. „Ich habe mich fit gefühlt und hätte heute gerne von Anfang an gespielt. Aber in einer Englischen Woche wird gerne mal rotiert“, betonte Lohkemper, der am Samstag seinen 15. Saisontreffer erzielte. Dass er nicht von Anfang an gespielt hätte, stünde aber nicht im Vordergrund: „Ich bin sauer, dass wir 1:4 verloren haben.“ Das vierte Tor für Duisburg erzielte kurz vor der Pause noch Thilo Töpken (81.).
Boyd freut sich mega
Am Ende war aber wohl die Nachricht des Tages nicht, dass der SV Waldhof gegen Duisburg so hoch verlor, sondern, dass Boyd der Mannschaft auch in der nächsten Saison zur Verfügung steht. „Das hat mich genau für 30 Minuten gefreut. Dann saß ich auf der Bank und dann ging das los“, sagte der 35-Jährige angesichts des Auftritts der Elf. Er freue sich „mega“. Der Anklang von der Mannschaft sei positiv gewesen, „auch wenn sie mich ständig so hart durchschleppen muss“. Er wolle erleben, wie sich die Mannschaft weiter entwickelt.
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