Eiskunstlauf RHEINPFALZ Plus Artikel Bei der EM viel Stagnation und doch ein Lichtblick

Hat noch Potenzial: Nikita Starostin. Der gebürtige Russe startet für Dortmund und kam bei seinem EM-Debüt auf den 13. Platz.
Hat noch Potenzial: Nikita Starostin. Der gebürtige Russe startet für Dortmund und kam bei seinem EM-Debüt auf den 13. Platz.

Während quer durch alle Disziplinen das Niveau steigt, stagniert der deutsche Eiskunstlauf, das zeigte sich bei der EM in Tallinn. Besonders im Einzel wird es schwer, den Anschluss zu halten. Einen kleinen Lichtblick gibt es aber doch.

Die Vierfach-Kombination klappte, erst zum zweiten Mal diese Saison. Doch die nächsten Sprünge gingen schief: Paul Fentz ist nach verpatzter Kür nur auf den 16. EM-Platz gekommen – und wirkte danach ratlos. Am Mittwoch will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, ob der 29-Jährige doch noch zu Olympia darf, rein für den Teamwettbewerb. 229 Punkte oder zweimal 219 Punkte war die Peking-Norm, Fentz erreichte in Tallinn 206,02 Punkte.

Ob der DOSB dennoch kulant ist, um den übrigen, bereits nominierten Startern Nicole Schott, Minerva Hase/ Nolan Seegert und den Eistänzern Katharina Müller/Tim Dieck die Teilnahme am Teamwettbewerb zu ermöglichen, ist durchaus offen. Denn im Grunde liefen fast alle Deutschen in Tallinn unter ihren Möglichkeiten.

Nikita Starostin lässt hoffen

Einziger Lichtblick: Der 19-jährige Nikita Starostin blieb fehlerfrei bei seinem EM-Debüt und kam auf Rang 13. Gegenüber der deutschen Meisterschaft verbesserte er sich um über 35 Punkte, kam auf 214,4. „Ich will noch stärker werden und an meinen Nerven arbeiten“, erklärte der Russe, der in Antwerpen und Dortmund trainiert. Einen deutschen Pass hat er (noch) nicht, auch spricht er kaum deutsch. Doch er ist der einzige Einzelläufer im deutschen Kader, der noch Anschluss an die Spitze finden könnte – wenn er Vierfache lernt.

Der Sport hat sich gerade in den vergangenen vier Jahren unglaublich entwickelt. Die Leistungen sind so sehr gestiegen, dass die aktuelle deutsche Eiskunstlauf-Generation kaum Chancen auf vordere Plätze hat. Mit 170,18 Punkten ist Nicole Schott ebenfalls auf dem 13. Platz gelandet und sinnierte: „Diese Punktzahl hätte vor ein paar Jahren noch für den vierten Platz gereicht.“ Wie im Kurzprogramm gelang ihr in der Kür keine Dreifachkombination. „Nervös war ich nicht, aber es hat sich beim Absprung nicht gut angefühlt“, erklärte sie im Videogespräch nach dem Lauf. Das Training sei aber, da sie eine Erkältung und Booster-Nachwirkungen etwas hemmten, ohnehin auf Olympia ausgerichtet gewesen, erläuterte die 25-Jährige, die langsam ans Aufhören denkt. Eine Nachfolgerin auf ihrem Niveau aber ist nicht in Sicht.

Nur fehlerfrei reicht nicht mehr

Fehlerfrei blieben Katharina Müller und Tim Dieck, wurden aber ebenfalls nur 13., wie bei der Vorgänger-EM. Nur sauber zu laufen, reiche heutzutage nicht mehr, bilanzierte der Dortmunder nach der Kür – und meinte auch, dass gerade im Eistanz auch der Ruf des Trainernamens zählt. Zwar trainieren Müller/Dieck extra in Moskau bei der Koryphäe Anjelika Krylova. Doch „in“ ist derzeit die Eistanzschule in Montreal, in der aber auch besonders am feinen Gleiten gefeilt wird, das Müller/Dieck fehlt.

Kein Griff zu den Sternen: Paul Fentz wurde mit seiner Scorpions-Kür nur 16. bei der EM in Tallinn.
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Nicole Schott will bei Olympia endlich die Dreifach-Kombination zeigen.
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Spielen im Rhythmustanz die Comicfiguren Joker und Harley Quinn: Katharina Müller und Tim Dieck.
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