Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Albert Riera: Der Mini-Mourinho vom Main als Maulheld

Wort- und gestenreich, aber nur bedingt erfolgerich – und vor allem in seinen Äußerungen irritierend: Albert Riera.
Wort- und gestenreich, aber nur bedingt erfolgerich – und vor allem in seinen Äußerungen irritierend: Albert Riera.

Widersprüchliche Monologe und viel Selbstüberschätzung: Warum der Eintracht-Trainer nicht in die Fußball-Bundesliga passt.

Magier oder Maulheld? Der Mini-Mourinho vom Main polarisiert schon längst nicht mehr, das würde ja bedeuten, dass es Leute gibt, die die inhaltlich irritierenden, sich oft selbst widersprechenden und im Ton überheblichen Monologe Albert Rieras gut finden. Nein, das Urteil ist längst gesprochen.

Sportlich mag die Bilanz des neuen Frankfurter Trainers nach seinem ersten Auswärtserfolg bei allerdings desolaten Wolfsburgern mit vier Siegen, drei Unentschieden, zwei Niederlagen und vor allem weniger Gegentoren als noch unter Vorgänger Dino Toppmöller (was zu schaffen so schwierig nicht war) ganz okay sein. Aber seine Art, seine Ansprache, das passt irgendwie nicht zur Fußball-Bundesliga. Die darin kein Alleinstellungsmerkmal hat. Denn schon während einer kurzen Zeit bei Girondins Bordeaux wurde Riera in Frankreich unter anderem respektloses Verhalten gegenüber Trainerkollegen vorgeworfen.

Nochmal Mini-Mourinho: Anders als der berühmt-berüchtigte Portugiese hat der Spanier Riera sogar eine respektable Karriere als aktiver Fußballer vorzuweisen. Aber was immer man von José Mourinho, dem selbsternannten „Special One“, halten mag: Im Trainergeschäft kann Riera ihm natürlich nicht das Wasser reichen.

Ein schmaler Grat

Dass der Grat zwischen gesundem Selbstbewusstsein und Arroganz schmal sein kann, musste Sandro Wagner bei seinem Trainerdebüt in der Bundesliga erfahren. Als er sinngemäß mal feststellte, dass sein FC Augsburg ja qualitativ nicht schlechter sei als der FC Bayern, wendeten sich selbst die größten Fürsprecher des Trainertalents dann doch gedanklich von ihm ab. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie der FCA anders als der – Achtung, Ironie – biedere FC Bayern vergangenen Dienstag das Real-Starensemble in Madrid auseinandergespielt hätte.

Wenn Fußballer vom Balkon springen

Aber Wagners Meinugen waren harmlos eigentlich, verglichen mit den kernigen Sprüchen, die Riera so absetzt. Ob es da nun um Profis geht, die für ihn angeblich vom Balkon springen würden – aus welcher Etage, das verriet er nicht – oder um seine irre These, dass er am 1. Februar die schlechteste Mannschaft Europas übernommen habe, selbst wenn er damit nur die Defensivqualitäten meinte.

Mal sehen ob es der Eintracht nach dem „Special-One“-Abklatsch nicht doch bald wieder einem – frei nach Jürgen Klopp – Trainer Marke „The Normal One“ gelüstet. Christian Eichner, der Eloquenz (die Riera wahrlich nicht abgeht) mit Inhalt und Anstand paart, wäre ja bald zu haben.

Eckte auch an, aber deutlich harnloser: Sandro Wagner.
Eckte auch an, aber deutlich harnloser: Sandro Wagner.
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