Eishockey
Adler Mannheim: Warum ein Neuer früher als gedacht schon spielen könnte
Nach der Verletzung von Tom Kühnhackl deutet vieles darauf hin, dass O’Donnell am Freitag gegen die Iserlohn Roosters Einsatzpremiere feiern wird. Eigentlich hatte Adler-Trainer Dallas Eakins vor, den 33-jährigen Stürmer langsam konditionell aufzubauen. Der hatte in dieser Spielzeit erst neun Partien in der tschechischen Eliteliga bestritten, aber zuletzt nicht mit seiner Mannschaft in Brno trainiert. Mittlerweile habe er sich wieder ein wenig an das Tempo gewöhnt. „Es ist hier intensiver als in meinen letzten Spielen“, berichtete O’Donnell. „Es ist sehr intensiv mit einer Menge Wettbewerb, aber auch sehr viel Spaß“, fasste er seine Mannheimer Trainingseindrücke zusammen.
„Ich glaube, der hat sich eingewöhnt“, erklärte Trainer Eakins mit Blick auf O’Donnell: „Er versteht die Teamsprache besser.“ Damit sei nicht Englisch oder Deutsch gemeint: „Wir haben zum Beispiel unterschiedliche Ausdrücke für Spielsysteme, die man lernen muss.“ Alles sei naturgemäß noch nicht angekommen.
„Vorhin hatten wir ein kurzes Meeting der Unterzahlspieler. Da habe ich ihn kurz angesehen und gemerkt, dass er nicht die Hälfte von dem versteht, was wir gerade sagen“, erzählte Eakins schmunzelnd.
Ein Mann für spezielle Momente
Immerhin deutete er damit an, dass O’Donnell auch für die sogenannten Special Teams vorgesehen ist. Auch wenn dieser dabei nicht auf Anhieb die führende Rolle einnehmen werde, die er noch in Düsseldorf innehatte, wo er vier Jahre lang vor seinem Wechsel nach Brno unter Vertrag gestanden hatte. Eakins: „Es war einer der Gründe, warum ich für ein persönliches Gespräch mit ihm nach Tschechien gefahren bin. Ich wollte ihm von Anfang an klarmachen, was wir von ihm erwarten.“ Dazu gehört für den ausgewiesenen Offensivspezialisten offensichtlich auch das Unterzahlspiel. Ungewöhnlich sei das nicht, so Eakins: „Powerplayspezialisten müssen wissen, wie die Verteidigung denkt.“ An die gezielte Nachverpflichtung eines Defensivstürmers denkt der Trainer und Sportmanager der Adler daher nicht. „Wir haben den Markt im Blick aber nicht nach festen Vorgaben, sondern allgemein.“ Gute Spieler gäbe es schließlich überall und überraschende Verpflichtungen seien immer möglich.
Teamevent hilft bei der Integration
Auch Brendan O’Donnell hatten vorab nicht viele auf dem Schirm. „Er bringt frischen Wind in die Mannschaft“, lobte Kapitän Marc Michaelis. Die Integration sei bereits gelungen, da in den vergangenen Tagen einige Teamevents für die Spieler und ihre Familien angestanden hätten, die eine Integration erleichterten: „Und auf dem Eis sprüht er vor Spielfreude, und man merkt ihm an, dass er sich darauf freut, wenn er am Wochenende reinkommt.“ Auch wenn das letzte Wort natürlich der Trainer habe.
Der wollte sich noch nicht zu tief in die Karten blicken lassen. „Auch wenn es aktuell ein wenig dünn aussieht: Wir haben noch einige Optionen.“ So könnte Tobias Fohrler zurück in die Aufstellung rutschen, der zunächst mit einigen Wehwehchen geschont worden war und plötzlich außen vor war, weil die Adler ohne in gleich in Serie ohne Gegentor blieben. Für ihn könnte Verteidigerkollege Hayden Shaw den Part als Defensivstürmer übernehmen. Und dann gibt es ja noch immer Eric Uba, dessen Trainingseifer von Eakins bei jeder Gelegenheit gelobt wird. Aber eigentlich deutet alles darauf hin, dass die Adler mit Brendan O’Donnell in die intensive Spielserie rund um die Weihnachtszeit gehen werden.