Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler Mannheim warten gelassen auf nächsten Gegner

So feierten die Adler das entscheidende Tor zum 4:3: Kris Bennett (links) und Leon Gawanke.
So feierten die Adler das entscheidende Tor zum 4:3: Kris Bennett (links) und Leon Gawanke.

Die Adler Mannheim haben sich vor Ostern selbst beschenkt: Der 4:3-Erfolg über Bremerhaven war der entscheidende vierte Play-off-Sieg in der Viertelfinalserie.

Damit haben sich die Adler zwei trainingsfreie Tage erkämpft und können entspannt auf ihren Gegner für die Halbfinalserie warten. Der kommt auf jeden Fall aus Bayern.

Nur über den Siegtorschützen herrschte Uneinigkeit. War die Scheibe von Leon Gawanke direkt hinter Leon Hungerecker eingeschlagen oder hatte Kris Bennett den Schuss noch unhaltbar abgefälscht? Als offizieller Torschütze wurde Gawanke durchgesagt; als Erster zum Gratulieren an die Bande, oft genug untrügliches Zeichen über die interne Abstimmung, fuhr Bennett.

Ein 0:2 und 2:3 aufgeholt

Zum Abschlussinterview kam Gawanke und dabei hatte er ganz offensichtlich den Siegespuck in der Tasche. Er selbst wählte eine diplomatische Antwort: „Egal.“ Wichtiger als der Torschütze seien Charakter, Glaube und Wille der Mannschaft, die sich erst von einem 0:2 ins Spiel zurückkämpfte und zu Beginn des Schlussdrittels dann auch noch den erneuten Nackenschlag mit dem 2:3 verkraftete. Diese Qualitäten lobte auch Adler-Trainer Dallas Eakins. „Wir haben den Glauben an uns selbst auch beim Rückstand nicht verloren“, beschrieb er das letztlich entscheidende fünfte Spiel der Viertelfinalserie.

Drin das Ding: Zach Solow gelingt der wichtige 1:2-Anschlusstreffer.
Drin das Ding: Zach Solow gelingt der wichtige 1:2-Anschlusstreffer.

Eakins lobte vor allem seinen Co-Trainer Marcel Goc, der für die Überzahlsituationen zuständig ist. Sowohl beim 1:2-Anschlusstreffer durch Zack Solow, als auch beim 3:3-Ausgleich von Nick Mattinen hatten die Adler nummerische Überzahl. Beim 3:3 saßen sogar zwei Pinguins auf der Strafbank. „Ich glaube, man bekommt kein Powerplay geschenkt, sondern muss es sich verdienen“, offenbarte Eakins seine Philosophie. Es sei deshalb eine Vorgabe an sein Team, ständig in Bewegung zu bleiben um so den Gegner zu Fouls und Fehlern zu zwingen. Die Strafen wegen Spielverzögerung nahm aber auch er gerne an. Letztlich war es genau eine solche gegen Nicholas Jensen, die das Duo Gawanke/Bennett zum Siegtreffer nutzte.

Das sah auch ein Routinier gerne. Tom Kühnhackl freute sich über ein anderes Details. Nicht nur er selbst, sondern die gesamte Mannschaft hatte sich in der Schlussphase in jeden Schussversuch der Gäste geworfen. Auch Rekordtorschütze Matthias Plachta war sich in den Schlusssekunden nicht dafür zu schade. „Das habe ich so noch nicht erleb, dass Fans und die Mannschaft einen Block abfeiern wie ein Tor“, erinnerte Kühnhackl an eine Schlüsselszene der Serie in Spiel eins mit drei Monsterblocks in Serie von Yannick Proske.

Das Spiel ist auch Warnung

Kühnhackl legt aber auch den Finger in die Wunde: „Es war sehr gut, wie wir zurückgekommen sind, aber solche Fehler dürfen uns einfach nicht passieren. Je tiefer du in die Play-off kommst, desto härter werden sie bestraft.“ Damit meint er auch seinen eigenen Puckverlust, der zum 0:2 führte, weil er im Anschluss auch dem späteren Torschützen Andy Miele nicht folgen konnte. Der gebürtige Landshuter freut sich nun auf den Halbfinalgegner, der auf alle Fälle aus Bayern kommen wird und München, Straubing oder Ingolstadt heißen kann: „Da hat es die Familie nicht so weit zu den Spielen.“ Los geht es aber erst einmal in Mannheim. Die Adler beginnen die Serie am Mittwoch, 19.30 Uhr, in der SAP-Arena. Das zweite Heimspiel ist am Sonntag, 12. April, 16.30 Uhr. Die Auswärtsspiele sind für Freitag, 10. April und Dienstag, 14. April, terminiert. env

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