Eishockey
Adler Mannheim siegen weiter – das perfekte Wochenende für Justin Schütz
Das größte Kompliment für die Leistung der Adler kam vom Münchner Trainer Oliver David: „Das war heute ein verdienter Mannheimer Sieg, sie haben ihr bestes Spiel der Serie gezeigt.“ Matchwinner war wie in Spiel zwei Stürmer Justin Schütz, der mit seinen beiden Toren den Grundstein zur 3:0-Serienführung legte.
Die Adler starteten mit viel Selbstvertrauen und jeder Menge Tempo in die Partie. Keine fünf Minuten waren gespielt und die Gastgeber hätten bereits führen können, ja müssen. Erst scheiterte John Gilmour mit seiner Direktabnahme am Münchner Torhüter Antoine Bibeau (3.), kurz danach fuhr Anthony Greco allein auf den Goalie zu, konnte jedoch die Scheibe nicht an ihm vorbeibringen (5.). Es spricht für die Ausgeglichenheit dieser Serie und die Qualität der Münchner, dass sie zurückfanden, nach und nach die Spielkontrolle übernahmen. Aber auch für sie gab es kein Vorbeikommen am gegnerischen Goalie. So waren die ersten zwanzig Minuten gespielt, die das wohl bisher beste Eishockey dieser Halbfinalserie zeigten. Allein, es fehlten die Tore.
Gegner immer besser im Griff
Die fielen auch im Mittelabschnitt zunächst nicht. Das Spiel nun aber ganz klar auf Seiten der Adler, die den Gegner immer besser im Griff hatten. Die deutliche Überlegenheit resultierte in einer Vielzahl von Chancen, von denen Gilmours Lattentreffer (31.) die beste war. Aber entweder war bei den anderen Szenen Bibeau im Weg oder es wurde noch mal ein Pass gespielt, statt den direkten Abschluss zu suchen. Dass München sehr wohl noch im Spiel war, zeigte Brady Fergusons Schuss ans Mannheimer Torgestänge (35.).
46 Sekunden vor Drittelende konnten die Adlerfans dann endlich die überfällige Führung bejubeln. Schütz fälschte mit seinem Schläger Leon Gawankes Schuss unhaltbar zum 1:0 ab (40.). Der Torschütze erfuhr erst nach dem Spiel, dass es sein Treffer war. „Ich habe die Scheibe selbst nicht am Schläger gespürt. Mir wurde eben in der Kabine gesagt, dass ich das Tor erzielt habe“, gab der 25-Jährige.
Eine kalte Dusche
Die kalte Dusche aber kurz nach Wiederbeginn durch Yasin Ehliz. Abstimmungsprobleme in der Adler-Abwehr ließen ihn vollkommen unbedrängt zum Ausgleich einnetzten (42.). Das Spiel war nun auf Messers Schneide, die Arena elektrisiert. Zu dieser Stimmung trugen auch die Schiedsrichter mit so manchen merkwürdig verteilten Strafen bei.
Die Entscheidung dann durch Schütz. Er fand die Scheibe frei zwischen den Bullykreisen und traf genau ins Kreuzeck (52.). Ein Schuss, den er vor kurzen schon einmal genau so traf: „Dasselbe Tor habe ich schon im Viertelfinale gegen Bremerhaven gemacht,“ blickte er auf sein fünftes Play-off-Tor. Der Nationalspieler war hinterher sichtbar glücklich: „Es war das perfekte Wochenende für mich. Am Freitag der Siegtreffer in der Overtime, gestern bin ich Onkel geworden und heute die beiden Tore.“
Klarer Endstand
Unter „Und am Dienstag schmeißen wir euch raus“-Gesängen sorgten Anthony Greco (59.) und Tom Kühnhackl (59.) mit ihren Treffern ins leere Tor für den klaren Endstand.