Eishockey
Adler Mannheim in allerbester Stimmung vor Halbfinale gegen München
Für Brendan O’Donnell ist die Saison bekanntermaßen mit einem Kieferbruch beendet. Dafür war beim Abschlusstraining ein anderer Adler wieder mit dabei, der in der Viertelfinalserie gegen Bremerhaven noch zusehen musste: Anthony Greco absolvierte die komplette Einheit am Dienstag ohne erkennbare Einschränkungen. „Ich bin bereit“, erklärte er im Anschluss und verriet auch, wie weh das Zusehen während der heißesten Saisonphase getan hat: „Es tut gut, wieder auf dem Eis zu stehen. Es ist einsam ohne die Jungs.“
Ob er tatsächlich schon Spiel eins gegen die Münchner wieder mit dabei ist, ließ Trainer Eakins offen. „Wir warten noch ab, wie sein Körper auf die Belastung reagiert.“ Immerhin war der Dienstag die erste komplette Trainingseinheit, die der 31-Jährige nach seiner Auszeit absolviert hat. Aber selbst, wenn Greco, immerhin punktbester Stürmer der Hauptrunde, zum Auftakt der maximal sieben Partien gegen die Münchner noch fehlen würde – bange ist Dallas Eakins deswegen nicht: „Wir haben mehrere Möglichkeiten und Jungs, die darauf brennen, in die Aufstellung zu kommen“, sagt er mit Blick auf die gut besetzte Tribüne der Adler.
So könnte beispielsweise Alex Ruutu wieder seine Rolle als solide arbeitender Angreifer übernehmen. Auch Hayden Shaw ist als Defensivstürmer eine Option. Die Förderlizenzspieler Max Calce, Colin Schlenker und Nick Mähler spielen in den Überlegungen des Trainers wohl eine untergeordnete Rolle und Kevin Bickler ist nach seiner Beinverletzung, deren Dauer Ende Januar mit zwölf Wochen Ausfallzeit angegeben worden war, wohl noch nicht wieder einsatzbereit.
Solide Arbeit erwartet
Solide Arbeit erwartet Eakins allerdings von seinem gesamten Kader, denn gegen die stark besetzten Münchner werde es darauf ankommen, die vielen Kleinigkeiten eines Spiels richtig zu machen. „Es kommt auf den einen gewonnenen Zweikampf, das eine gewonnene Bully und das eine erzielte Tor an.“ Das hatte sich schon bei den vier Vergleichen in der Hauptrunde gezeigt und damit rechnen die Adler auch in der Play-off-Serie wieder.
Die Adler freuen sich darauf. Allen voran Justin Schütz. Der immer gut gelaunte Flügelstürmer war immerhin drei Jahre lang in der bayrischen Landeshauptstadt aktiv, feierte mit den roten Bullen 2023 die deutsche Meisterschaft. „München hat, trotz ihrer Ausfälle noch immer vier konstant gute Reihen“, sagt er. Zum Ende der Hauptrunde sei der EHC die vielleicht stärkste, weil konstanteste Mannschaft gewesen. Eine Mannschaft, die schwer zu schlagen sei.
Die Prognose von Justin Schütz
Justin Schütz wagt nur eine Prognose: „Im Halbfinale werden sicher nicht so viel Tore fallen, wie in der Viertelfinalserie der Münchner.“ Damit rechnet auch Eakins, der ansonsten nicht zu weit in die Vergangenheit schauen will. Auch nicht auf die Play-off-Serie gegen die Münchner im Vorjahr. „Von diesen Spielen weiß ich gar nichts mehr.“ Und auch die jeweils aktuellen Viertelfinalserien seien abgehakt. „Das spielt alles keine Rolle mehr.“
Wichtig sei die Zukunft und dafür steht der Schutz des eigenen Tores im Vordergrund. „Wir sind eine Mannschaft für die gilt: Checking first“, betont er und beschreibt so den arbeitsintensiven Stil der Adler auf den Körper des Gegners. Puckgewinne und schnelles Umschalten sind dabei das Ziel. Das zeichnete sich auch bei der Übungseinheit am Dienstag ab. Gerade dabei könnte ihnen ein schneller Akteur wie Anthony Greco weiterhelfen. Und nicht nur der. „Es geht darum, die Chancen zu nutzen und am Ende auch um ein bisschen Glück“, zählt Eakins die Zutaten für eine gelungene Halbfinalserie auf. Auch das sei das spannende an den Play-offs. „Es geht um eine positive Denkweise.“ Meint der Trainer.
Gute Stimmung
Viel Positiver als momentan kann eine Mannschaft allerdings wohl kaum in eine Halbfinalrunde gehen. Die gute Stimmung auf dem Eis der Trainingshalle strahlte bis auf den letzten Rang der Tribüne aus. „Ich glaube, dass die vier stärksten Mannschaften im Halbfinale stehen“, erklärte Justin Schütz und gab eine vorsichtige Einschätzung ab: „Es wird ein entscheidender Faktor, wer mehr Zwei-gegen-Eins-Situationen generieren kann. Das und die Special Teams natürlich.“ Ins Finale kommt, wer zuerst vier Siege feiert.
Los geht es am Mittwoch, 19.30 Uhr in der SAP-Arena, bis Dienstag waren dafür rund 13.400 Karten verkauft. Spiel zwei der Serie ist am Freitag, 19.30 Uhr, in München.