Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler Mannheim chancenlos gegen Eisbären Berlin: Abreibung in fünf Akten

Symbolisch: Die Adler Mannheim, hier mit Hayden Shaw, standen mit dem Rücken zur Wand gegen letztlich übermächtige Eisbären aus
Symbolisch: Die Adler Mannheim, hier mit Hayden Shaw, standen mit dem Rücken zur Wand gegen letztlich übermächtige Eisbären aus Berlin.

Im fünften Spiel der Finalserie der DEL unterlagen die Adler Mannheim den Eisbären Berlin mit 1:4. Für die Eisbären war es der zwölfte Meistertitel und der dritte in Folge.

Der ehemalige Adler-Torhüter Dennis Endras hatte bei der Trikotzeremonie für seinen ehemaligen Kapitän Denis Reul im Februar die Anekdote erzählt, wie ihm der grimmig dreinblickende Verteidigungshüne einmal ein Geheimnis offenbart: „Weißt du, was ich wirklich hasse? Am Ende der Saison den Eisbären zum Titel zu gratulieren.“

Er hat diese Tradition an seinen Nachfolger Marc Michaelis weitergegeben, denn auch nach 22 Jahren warten die Mannheimer Eishockeyfans weiter auf den Gewinn einer Play-off-Serie gegen die Berliner und die Eisbären jubelten auf Mannheimer Eis.

Adler nur zweimal ein ebenbürtiger Gegner

Zumindest im dritten Heimspiel mussten sich die Adler dabei nicht einmal groß Vorwürfe gefallen lassen. Außer zu wenig Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor waren sie auch in Spiel fünf der Finalserie wieder ein gleichwertiger Gegner. Letzter Beleg dafür ein vergebener Penaltyschuss von Luke Esposito knapp sechs Minuten vor dem Ende. Im Gegensatz zu den Berlinern nutzten sie die durchaus vorhandenen Fehler des Gegners einfach nicht aus.

Der Mannheimer Marc Michaelis (links), hier gegen den Berliner Lester Lancaster, hat eine traurige Tradition übernommen.
Der Mannheimer Marc Michaelis (links), hier gegen den Berliner Lester Lancaster, hat eine traurige Tradition übernommen.

Das machten die Berliner über die gesamten fünf Spiele eindeutig besser. In Durchgang eins zeigte Tobias Fohrler eindrucksvoll, warum er bis zu Spiel vier der Finals noch kein Play-off-Spiel in dieser Saison bestritten hatte, Sein plumper Einsatz gegen den wuseligen Freddy Tiffels führte zu einer angezeigten Strafzeit gegen die Adler. Die verloren die Konzentration und Ty Ronning nutzte die Verwirrung, fuhr an Freund und Feind vorbei, traf unmittelbar vor der ersten Pause zum 0:1 (20.).

Nur gute Vorsätze

Mehr als gute Vorsätze brachten die Adler nicht aus der Kabine zurück. Die Scheibe nicht geklärt, Marcel Noebels legte auf Liam Kirk und der hatte ganz viel leeres Netz vor sich – 0:2 (22.). Eine eiskalte Dusche für die Adler und ihre Fans unter den 13.600 Zuschauern in der erneut ausverkauften SAP-Arena. Im dritten Abschnitt war es ein Fehler von Kristian Reichel, Tiffels bediente Ronning: 0:3 (44.). Diese Effizienz fehlte den Adlern gestern und über die gesamte Serie.

Beleg dafür der Versuch von Leon Gawanke, der allein vor Jonas Stettmer auftauchte, aber sich selbst in eine immer schlechtere Schussposition brachte, weil er nach dem perfekten Abschluss suchte, statt abzuziehen. Das Anrennen war vorhanden, blieb aber brotlos. Nach dem vergebenen Penalty zog sich das Geschehen, weil Torhüter Johan Mattson zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis gegangen war, die Eisbären sich immer wieder per Weitschuss befreiten. Der einzige Lohn blieb das 1:4 durch Marc Michaelis blieb der einzige Lohn und Trostpflaster für die Adlerfans vor einem langen Sommer. Ein Treffer ins leere Tor durch Erik Mik (58.) war die endgültige Entscheidung.

Das sagt Adler-Trainer Eakins über seine Zukunft

„Natürlich sind wir jetzt nach dem Spiel erst einmal enttäuscht“, erklärte Trainer Dallas Eakins. Aber er nahm auch das Positive aus der Serie mit. Nach Viertelfinale und Halbfinale in seiner Zeit als Cheftrainer, hat es in diesem Jahr immerhin zum Finaleinzug gereicht. „Ich hoffe, die Gruppe kann davon im nächsten Jahr profitieren“, sagte Eakins. Er selbst werde diesen Schritt begleiten: „Ich habe hier noch einen Vertrag. Ich gehe also davon aus, dass ich auch nächstes Jahr hier sein werde.“

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