Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler Mannheim beim Sieg gegen München zu fahrlässig

Justin Schütz verwandelt den entscheidenden Penalty gegen den Münchener Torwart Antoine Bibeau zum 4:3 für die Adler.
Justin Schütz verwandelt den entscheidenden Penalty gegen den Münchener Torwart Antoine Bibeau zum 4:3 für die Adler.

Mit einem 4:3-Sieg im Spitzenspiel gegen den EHC München verabschiedeten sich die Adler Mannheim vom eigenen Publikum in die Olympiapause.

Münchens Kapitän Patrick Hager war sich nach dem 4:3 im Penaltyschießen mit den Fans einig: „Das war ein geiles Eishockeyspiel.“ Justin Schütz wurde noch ein wenig deutlicher: „Solche Spiele machen den Zuschauern Spaß und uns als Spielern auch.“ Tore, Chancen, Emotionen und am Ende ein Heimsieg – ein perfekter Familientag für die Adler Mannheim.

Rohe Gewalt und schlitzohrige Raffinesse entschieden die Partie letztlich zu Gunsten der Mannheimer. Wobei die rohe Gewalt in der Mehrheit war. Den Anfang machte dabei Brendan O’Donnell. Mit 147 Stundenkilometern schlug sein Puck zum 1:0 (8.) im Torwinkel ein. „Ich habe eine Lücke gesehen und abgezogen“, erklärte der Schütze in der Drittelpause mit einem Lächeln vor den Fernsehkameras. Gut möglich, dass sein Schuss auch ein wenig der Verzweiflung entsprang, weil er nach überstandener Strafzeit der Adler und einem anstrengenden Unterzahlspiel nicht mehr so weit laufen wollte, daher die Scheibe aus dem Halbfeld einfach in Richtung Tor bugsierte. Den Adlern und ihrem Anhang war es egal.

Im dritten Drittel aus dem Konzept gebracht

Die Adler-Führung nach dem ersten Durchgang ging in Ordnung, fiel bei der Vielzahl an Chancen nur zu knapp aus. Alex Ehl (13.), Kris Bennett (15.) und Luke Esposito (20.) hatten das 2:0 und mehr auf dem Schläger.

„Wir waren zwei Drittel lang die bessere Mannschaft“, bilanzierte Schütz. Aber wie schon im ersten Abschnitt fehlte das Erfolgserlebnis. „Im dritten Drittel haben wir uns etwas aus dem Konzept bringen lassen“, formulierte er indirekte Kritik am Schiedsrichtergespann Marian Rohatsch und Zsombor Palkovi, wobei die originelleren Entscheidungen auf das Konto von Rohatsch gingen. Adler-Trainer Dallas Eakins haderte insgesamt mit dem dritten Abschnitt. „Wir wussten, dass es in diesem Spiel auf Fehler ankommt, und wir haben ein paar zuviel gemacht.“ Drei davon nutzten die Münchner, drehten das Spiel binnen fünf Minuten durch Tore von Tobias Rieder (44.), Brady Ferguson (48.) und Yasin Ehliz (49.). Da war die ansonsten starke Adler-Defensive nicht auf der Höhe und München sah wie der sichere Sieger aus.

Mit zusätzlichem Feldspieler Partie ausgeglichen

Aber gegen München haben die Mannheimer immer noch einen Pfeil im Köcher. Sieben Minuten vor dem Ende zogen die Gastgeber ihren Torhüter Maxi Franzreb, berannten das Gästetor mit einem zusätzlichen Feldspieler und wurden belohnt. Ein Hammer von Matthias Plachta fand den Weg an Freund und Feind vorbei ins Tor (56.), und ein weiterer Schlagschuss des Mannheimer Toptorjägers wurde von Luke Esposito ins Netz abgefälscht (59.).

Ein verdientes Remis nach 60 Minuten mit dem emotionalen Höhepunkt im Penaltyschießen und einer großen Portion Raffinesse. Denn nach den sicher verwandelten Versuchen von Esposito und O’Donnel lief Schütz zur Entscheidung an und zockte den starken Antoine Bibeau im Münchner Tor derart aus, dass sein Trainer Eakins noch bei der abschließenden Pressekonferenz ein breites Grinsen im Gesicht hatte. Ein würdiger Abschluss für ein unterhaltsames Spiel.

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