Eishockey
Adler Mannheim auch auswärts nicht zielgerichtet genug
Der größte Unterschied zwischen beiden Mannschaften lag in der Chancenverwertung. Den besten Beleg dafür gab es im ersten Durchgang. Nach knapp zehn Minuten sprach das Schussverhältnis mit sechs zu eins deutlich für die Adler, die sich immer wieder Zwei-auf-Eins Situationen erarbeiteten, aber stets an Jonas Stettmer im Tor der Berliner scheiterten. Der einzige Versuch der Eisbären war hingegen drin. Freddy Tiffels fand in der Mitte Manuel Wiederer und der traf, trotz großer Bedrängnis von Leon Gawanke, zur Führung (3.).
Überhaupt Gawanke: Der hatte sich wieder fitgemeldet; Justin Schütz, der im Heimspiel ebenfalls verletzt vom Eis gegangen war, fehlte hingegen. Dafür stand wieder einer mit auf dem Eis, dessen vorzeitiges Saisonende die Adler bereits verkündet hatten. Brendan O’Donnell rückte für Schütz an die Seite von Marc Michaelis und Kristian Reichel. Medizinisch eine mittlere Sensation nach seinem Kieferbruch im Viertelfinale gegen Bremerhaven, aber die Ärzte hatten grünes Licht gegeben.
Zu kompliziert vor des Gegners Tor
Insgesamt änderte sich die Statik der Begegnung dadurch nicht. Die Adler kompliziert und immer wieder auf einen finalen Pass vors Tor aus, die Eisbären hingegen brachten die Scheibe einfach vors Tor von Maximilian Franzreb und waren damit oft genug erfolgreich. So auch im zweiten Drittel. Liam Kirk durfte weitestgehend unbedrängt durch das Adler-Drittel fahren, ließ sich nicht zweimal bitten und vollendete ins lange Eck.
„Wir machen kein schlechtes Spiel und erarbeiten uns Chancen, aber wir müssen auch das Tor machen“, analysierte Luke Esposito zumindest teilweise treffend. Denn richtig gute Gelegenheiten waren wenig dabei. Bester Beleg dafür die Chance von Marc Michaelis (31.). Der hatte mit Nick Mattinen Ping-Pong gespielt, aber der treffsicherste Verteidiger der Liga entschied sich nicht etwa für den Abschluss, sondern gab die Scheibe an seinen Mannschaftskapitän zurück, der das Tor verfehlte. Zu kompliziert, zu schön, zu wenig energisch.
Auflösungserscheinungen offenbart
Das machten die Berliner besser, die auch die kurze Mannheimer Drangphase zu Beginn des Schlussabschnitts souverän überstanden und den ersten Konter durch Leo Pföderl (47.) direkt zum 3:0 nutzten. Praktisch die Entscheidung, denn an ein Aufbäumen der Mannheimer war nicht zu denken. Entsprechend geknickt war auch Lukas Kälble nach dem Schlusspfiff: „Wir müssen mehr Scheiben in Richtung Tor bringen und hinten besser stehen“, nannte er das einfache Erfolgsrezept für Spiel drei am Dienstag in der heimischen SAP-Arena. Denn die Treffer vier und fünf der Eisbären innerhalb von nur zehn Sekunden durch Pföderl und Eric Hördler (beide 54.) offenbarten schon Auflösungserscheinungen.
Dass Zach Solow zumindest noch den Ehrentreffer erzielte (58.) war da nur ein schwacher Trost. Zumal die Adler dabei nicht nur in Überzahl agierten, sondern auch noch Torhüter Franzreb zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis genommen hatten.