Nachruf RHEINPFALZ Plus Artikel Achim Stadler: Pausenlos hilfsbereit

Achim Stadler.
Achim Stadler.

Achim Stadler war erfolgreich als Radprofi und umtriebig danach. Jetzt ist der Mechtersheimer gestorben.

Das breite verschmitzte Grinsen, ein frecher cooler Spruch, seine pausenlose Hilfsbereitschaft – all das ist nicht mehr. Achim Stadler ist tot, gestorben mit 60 Jahren. Ein in jungen Jahren erfolgreicher Radrennfahrer, Nationalfahrer und Olympiateilnehmer 1984 in Los Angeles (Platz 32). Ein herzlicher, beherzter Pfälzer aus Mechtersheim, der später seinen Lebensmittelpunkt ins Badische verlegte, nach Weinheim, wo er über viele Jahre ein florierendes Radgeschäft führte. Mit „Stadler Events“ war er in der Veranstaltungsbranche tätig, holte zum Beispiel 2005 Joe Cocker zum „Festival unter die Burgen“, arbeitete mit den „Söhnen Mannheims“. Und unvergessen natürlich, vor dem Joe-Cocker-Auftritt: Das Einzelzeitfahren der Deutschlandtour vom Friedrich-Engelhorn-Hochhaus der BASF in Ludwigshafen nach Weinheim. Der Sieger: Jan Ullrich. Der Triumph wurde ihm nachträglich ebenso aberkannt wie Levi Leipheimer der Gesamtsieg …

Liebenswerter Mensch

In Jugend- und Juniorenjahren trainierte Stadler unter dem Essinger Willi Schüller mit dessen Sohn Josef und mit seinem Bruder Roland. Noch mehr prägten ihn die Trainer Dieter Koslar beim PSV Köln, wohin er über Dudenhofen kam, und Peter Weibel bei Chio Mannheim. Bei den Weibels in Plankstadt fühlte er sich wie zuhause.

Stadler, Schüller, Wüller, Schneider – so hieß 1979 das deutsche Meister-Quartett der U19. 1980 gewann Stadler „Rund um Köln“ als junger Bursche, 1981 siegte er mit dem PSV Köln (Stauff, Freienstein, Stadler, Wüller) im Vierer auf der Straße. Josef Schüller sagte: „Wir waren in unserer Jugend sehr viel zusammen. Achim war ein liebenswerter Mensch, ziemlich extrovertiert, ein Hans Dampf in allen Gassen und sicher auch mal ein Haudrauf.“

Etappe der Friedensfahrt gewonnen

Stadler gewann als zweiter „Wessi“ nach Peter Weibel (1975) eine Etappe der Friedensfahrt, dieser Prestigeveranstaltung hinter dem Eisernen Vorgang („Tour de France des Ostens“). 1984 holte er sich das 141-km-Teilstück von Prag nach Mlada Boleslav. Danach wurde er für Olympia nominiert, auch Michael Maué, Hartmut Bölts und Ute Enzenauer waren aus der Pfalz dabei. Und Thomas Freienstein aus Fulda, der später (bis heute) ans Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern kam, mit dem Stadler bei Dieter Koslar einige Zeit wohnte.

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