1. FC KAISERSLAUTERN
3:0-Sieg des FCK : „Hecke“ mit Hand und Fuß – besonderes Spiel für Hercher
Die Roten Teufel halten Aufstiegskurs. Mit 3:0 (1:0) hat Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern gegen Schlusslicht TSV Havelse gewonnen. Zudem spielte dem Tabellenzweiten der 2:0-Sieg des 1. FC Saarbrücken bei Verfolger Braunschweig in die Karten. So kann der FCK aus eigener Kraft direkt aufsteigen.
Mann der abwechslungsreichen Partie auf dem Lauterer Betzenberg war in jedweder Hinsicht Philipp „Hecke“ Hercher. Der Außenbahnspieler leitete das 1:0 Terrence Boyds (11.) mit einem regelwidrigen Handspiel ein, erzielte nach der Pause selbst das 2:0 (53.) und gab die Flanke zu Marlon Ritters 3:0 (73.).
Sessa erstmals wieder in der Startelf
Beim FCK war Nicolas Sessa von Trainer Marco Antwerpen erstmals seit 20. November (1:0 gegen Wiesbaden) in die Startelf beordert worden. Sessa bewegte sich viel, war im Mittelfeld überall zu finden. Mike Wunderlich begann nach verbüßter Gelbsperre auf der linken Offensivseite.
Die 20.650 Zuschauer – der ob der erhöhten Zulassung und wegen des Lauterer Aufschwungs beste Besuch seit Beginn der Coronavirus-Pandemie – sahen den krassen Außenseiter aus Garbsen-Havelse bei Hannover äußerst couragiert beginnen. Das war auch beim 6:0-Erfolg der Roten Teufel in der Hinserie der Fall.
Havelse wird früh bestraft
Wie damals konnten die Niedersachsen ihre Chancen in der Anfangsphase jedoch nicht nutzen. FCK-Verteidiger Alexander Winkler patzte, ließ Fynn-Luca Lakenmacher laufen, Nils Benedikt Piwernetz zögerte beim Abschluss allerdings zu lange (6.), so rettete Kevin Kraus. Leonardo Gubinelli scheiterte nach erneutem Winkler-Fehler an Torwart Matheo Raab (9.).
Hercher räumt Handspiel ein
Der FCK spielte in Sondertrikots mit einer Schleife in den blau-gelben Farben der ukrainischen Nationalflagge, der Klub versteigert sie zugunsten der Betroffenen des Krieges (fck.de). In diesem Trikot geriet Philipp Hercher bei der ersten echten Lauterer Chance nach Ecke Hendrick Zucks ins Getümmel – und leitete den Ball regelwidrig mit der Hand auf Torjäger Boyd weiter (11.), der in echter Mittelstürmer-Manier vollstreckte. Der Treffer hätte nicht zählen dürfen, was die Fernsehbilder zeigten. Doch in der Dritten Liga gibt es keinen Videobeweis, und Schiedsrichter Patrick Ittrich gab das Tor. „Da war ich im Zweikampf mit der Hand dran, das tut mir auch leid. Wenn der Schiri zu mir kommt, dann sag’ ich das auch“, meinte Hercher, der zunächst geglaubt hatte, eventuell auch mit der Schulter am Ball gewesen zu sein. Aber Schiedsrichter Patrick Ittrich kam nicht, und so zählte das Tor. Glück für den FCK, der die Partie fortan klar beherrschte, Ritter wurde von den Fans für ein grandioses Tackling (14.) gefeiert. Weitere Chancen gegen den Fünfer-Abwehrriegel des auch physisch unterlegenen Aufsteigers ließ Lautern zunächst liegen (Hercher, 13.; Boyd, 40.).
Lautern legt rasch nach
Im zweiten Spielabschnitt legten die Roten Teufel schnell nach. Nach ungestörtem Zusammenspiel mit Marlon Ritter und Wunderlich erhöhte Hercher (53.). Eine Riesenchance vergab Wunderlich nach erstklassigem, kraftvollen Konterlauf von Verteidiger Boris Tomiak; der Mittelfeldspieler verzog aus rund zehn Metern deutlich (67.). Havelse versuchte weiter wacker sein Glück, doch wieder war Raab gegen Piwernetz auf dem Posten (68.). Einen weiteren Konter über Wunderlich und Hercher nutzte Ritter abgebrüht zum Endstand (73.).
So spielten sie
1. FC Kaiserslautern: Raab - Tomiak, Kraus, Winkler (74. Ciftci) - Hercher (74. Schad), Zuck - Ritter - Sessa (54. Götze), Wunderlich - Hanslik (74. Redondo), Boyd (59. Kiprit)
TSV Havelse: Quindt - Riedel, Arkenberg, Plume, Teichgräber, Piwernetz - Gubinelli, Jaeschke, Damer (88. Rufidis), Langfeld (74. Engelking) - Lakenmacher
Tore: 1:0 Boyd (11.), 2:0 Hercher (53.), 3:0 Ritter (73.) - Gelbe Karte: Gubinelli - Beste Spieler: Boyd, Hercher, Raab - Quindt, Gubinelli - Zuschauer: 20.650 - Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg).
