Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel 2:5 im Test gegen die USA: Seiders emotionale Mannheim-Rückkehr

In der NHL ein Star: Der deutsche Eishockey-Nationalspieler Moritz Seider.
In der NHL ein Star: Der deutsche Eishockey-Nationalspieler Moritz Seider.

Im letzten Test vor der WM verliert die deutsche Auswahl in Mannheim 2:5 gegen die USA. Für zwei Nationalspieler ist es ein besonderer Tag: Moritz Seider und Marc Michaelis.

Die 2:5-Niederlage gegen die USA am Sonntag war das letzte Testspiel des deutschen Teams, bevor mit der Partie gegen Finnland am kommenden Freitag die Weltmeisterschaft in der Schweiz beginnt.

Schon vor dem Spiel machten die Zuschauer bei der Mannschaftsaufstellung klar, wer der Publikumsliebling ist. Bei der Verkündung des Namens von Moritz Seider tobte die SAP Arena. Seider, 2019 als damals 18-Jähriger mit den Adler Mannheim deutscher Meister geworden, ist längst zu einem der weltbesten Verteidiger gereift. Für sein Team in der nordamerikanischen Profiliga NHL, die Detroit Red Wings, ist er der Eckpfeiler um den sie ihre erfolgreiche Zukunft aufbauen wollen.

Michaelis lobt den Anführer

Auch im DEB-Team, das er als Leader in die WM führen wird, hat er eine überragende Bedeutung. Adler-Kapitän Marc Michaelis drückt es so aus: „Ich glaube nicht, dass ich es irgendwie in Worte fassen kann, wie wichtig er für uns ist. Aber eins kann ich sagen: Jedes Mal, wenn er kommt, ist er noch reifer. Er macht einfach immer wieder riesige Schritte in seiner Entwicklung“, stellt Michaelis die außergewöhnlichen Fähigkeiten des erst 25-jährigen Seider heraus.

Der Pfälzer im DEB-Team: Marc Michaelis.
Der Pfälzer im DEB-Team: Marc Michaelis.

Der so Gelobte blickte auf das voraus, was das Team bei der WM brauchen wird. „Wir reden ja immer davon, dass wir eine starke Identität haben wollen, die sich vor allen Dingen über Stolz, Wille und Leidenschaft hervorhebt. Darauf wird es dieses Jahr natürlich noch mal ein Stück mehr ankommen“, machte Seider klar, was für den Erfolg nötig sein wird. Er erklärte aber auch, dass er sich in das Team einreihen will und nicht als Superstar sieht. „Wir haben viele Spieler dabei, die in ihren Team Kapitäne sind, so dass wir das etwas aufteilen. Wir sprechen intern von Shared Leadership. Und wenn jemand etwas sagen will, ist es eh egal, wie lange er schon dabei ist. Hier bekommt jeder ein offenes Ohr.“

Natürlich bleibt Seider, der viele Jahre seiner Jugend für die Jungadler auflief, auch der Stadt Mannheim verbunden: „Es war sehr schön, heute aufzulaufen. Das Spiel war schon lange in meinem Kalender eingekreist und die Vorfreude sehr groß.“ Er genoss das Match: „Die Stimmung über 60 Minuten hier war richtig toll und es hat riesigen Spaß gemacht, hier zu spielen.“

Auch Michaelis betonte, wie schön es sei, in der gewohnten, heimischen Arena spielen zu dürfen, stellte aber auch die Besonderheit dar, die mit der Zugehörigkeit zum Nationalteam einhergeht: „Es war merkwürdig für meine Familie und mich, dass ich in Mannheim bin und in einem Hotel schlafe.“

Der aus Zell an der Mosel stammende Seider hatte im Spiel offensiv auf sich aufmerksam gemacht, eine Vorlage zu einem Treffer gegeben, einmal die Latte getroffen. Zudem vergab er die vielleicht beste Chance für das deutsche Team, als er bei einem Alleingang am amerikanischen Torhüter nicht vorbeikam. „Das wäre schön gewesen, gerade hier zu treffen. Muss ich wohl mit Justin im Sommer ein bisschen das Toreschießen üben“, verwies er auf den verletzten Goalgetter der Adler, Justin Schütz.

Adler-Spieler zeigen sich von Finalniederlage erholt

Insgesamt war bei den Adler-Spielern der Frust über die Finalniederlage gegen Berlin weitgehend verdaut. „Das hat ein paar Tage gedauert, aber nun liegt mit der WM eine neue Aufgabe vor uns“, war sowohl von Stürmer Alexander Ehl als auch von Torhüter Maximilian Franzreb zu vernehmen. Einig sind sich aber alle Beteiligten im Ziel: „Das Viertelfinale soll es mindestens sein“, war es nach dem Spiel aus allen Mündern zu vernehmen.

Im Jahr vor der Heim-WM mit der deutschen Vorrundengruppe in Mannheim wäre dies auch der Rückenwind, den das deutsche Eishockey nach der schwachen letzten WM und den wenig überzeugenden Auftritten bei Olympia dringend brauchen könnte.

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