Fußball
1. FC Saarbrücken: Schlaflose Fans hoffen auf ersten Sieg seit Monaten
Was kostet dieser Club doch Nerven: Fans und neue Führungsriege hoffen inständig auf Besserung, wenn der seit Monaten sieglose Drittligist 1. FC Saarbrücken heute (14 Uhr) gegen Energie Cottbus ins neue Fußballjahr startet.
Der Traditionsclub raubt mal wieder seinen Anhängern den Schlaf – mehr als 1700 hatten sich vor Wochenfrist die Nacht um die Ohren geschlagen, um bis Freitag früh um Fünfe einen neuen Aufsichtsrat und ein Präsidium zu wählen. Geschlagene elf Stunden hat die Mammut-Mitgliedertagung gedauert, nach der nun alles, aber wirklich alles besser werden soll.
Dringender Besserung bedürfen die Strukturen beim Saar-Traditionsverein nun in der Tat – dank neuer Satzung und neu besetzter Gremien ist der Weg geebnet. Jetzt braucht’s noch einen Vorstand, dessen Mitglieder fortan hauptamtlich fungieren. Eine professionelle Führung also, die nun aber nicht eiligst aus dem Hut gezaubert werden muss: Es ist noch Zeit, weil der FCS ausnahmsweise mal nicht zweigleisig zu planen braucht.
Aufstiegszug schon abgedampft
Der Aufstiegszug ist nämlich abgedampft – mal wieder, diesmal sogar vorm Jahreswechsel. Seit das Bundesliga-Gründungsmitglied in die zweite Liga will, war das Team stets recht pünktlich auf dem Bahnsteig angelangt und purzelte meist erst im letzten Moment vom Trittbrett.
Im Frühsommer waren die Saarländer erst nach großem Relegationskampf vom Waggon gefallen. Die mit Saisonbeginn aufs Neue ausgerufene Mission Aufstieg aber ist vorzeitig gescheitert. Kläglich. Am 19. September haben die Blau-Schwarzen den heute abgeschlagenen Tabellenletzten aus Schweinfurt mit Ach und Krach 2:1 bezwungen. Seither warten im Ludwigspark allesamt sehnsüchtig auf einen Sieg. Damals, vor vier Monaten, rangierte die Elf auf Position zwei. Zum Hinrundenschluss torkelte das Team um den Abgrund rum.
Die tabellarische Lage hat sich seither nicht verändert. 22 Zähler hat der FCS auf Platz 15, nur einen mehr als die Alemannia aus Aachen auf Rang 17, der direkt in die Regionalliga führt.
Trainingseinheiten unter spanischer Sonne
Trotzdem wirkt zum Start ins neue Fußballjahr plötzlich alles nicht mehr gar so trüb wie noch vor Weihnachten. Das alte Präsidium ist nur noch kommissarisch im Amt, für Mäzen Hartmut Ostermann indes schon ein Plätzchen im neuen Aufsichtsrat gefunden. Eine Trainingswoche unter spanischer Sonne hat zumindest dem kickenden Personal gutgetan.
Klarheit für den Rest der Runde herrscht inzwischen auf einer Schlüsselposition. Kaum einer dürfte ernsthaft daran geglaubt haben, dass in Saarbrücken für die Rückrunde ein ambitionierter Trainer anheuert. Ein neuer war zwar in Aussicht gestellt worden, jedoch hielt sich die Überraschung in Grenzen, als Sportdirektor Jürgen Luginger noch kurz vor Silvester quasi mit sich selbst als Interimscoach verlängert hat.
„Jetzt freuen wir uns, gleich gegen den Tabellenführer zeigen zu können, was wir drauf haben“, sagte Luginger bei der Pressekonferenz zum bevorstehenden Rückrundenauftakt. Am Samstag (14 Uhr) kommt Energie Cottbus – ausgestattet mit „brutaler Offensive“, der mit engagiert-offensivem Spiel begegnet werden soll.
Nahziel: Möglichst schnell raus aus dem Sumpf
Was in der Rückrunde noch zu reißen sei, darüber wollte der Trainer nicht allzu ausufernd philosophieren. Zu den vorrangigen Zielen verlautbarte nur so viel: möglichst schnell raus aus dem Sumpf mit Sogwirkung nach unten, schnell ins Mittelfeld, damit für die letzten „ein, zwei Monate“ der Saison etwas ruhiger zu arbeiten sei. Das klingt nicht nach Aufholjagd.