Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Donnerstag, 14. Juni 2018 Drucken

Sport kompakt

Eklat um Popstar

Wirbel bei WM-Eröffnung: Robbie Williams zeigt Mittelfinger

Eröffnungsfeier

Popstar Robbie Williams und die russische Opernsängerin Aida Garifullina bei der Eröffnungsfeier der Fußball-WM 2018. Foto: Pavel Golovkin/AP

Erster Aufreger bei der Fußball-WM: Der britische Popstar Robbie Williams schickt bei der Eröffnungsfeier eine beleidigende Botschaft in die Welt. Sind die WM-Gastgeber gemeint oder ein prominenter Kritiker aus der Heimat?

Moskau (dpa) - Der britische Popstar Robbie Williams hat seinen Auftritt bei der WM-Eröffnungsfeier im Moskauer Luschniki-Stadion mit einer unsportlichen Geste beendet.

Bei der Liedzeile «I did this for free» («Ich habe dies umsonst gemacht») streckte Williams demonstrativ den Mittelfinger seiner linken Hand in die Kamera. Es blieb zunächst unklar, welche Botschaft der Musiker damit an wen übermitteln wollte.

In den sozialen Netzwerken wurde spekuliert, der britische Künstler könne auf Kritik aus der Heimat an seinem Auftritt in Russland reagiert haben. Das russische Internetportal «lenta.ru» vermutete dagegen, Williams habe den Russen den Finger gezeigt. Die Eröffnungsfeier war weltweit live übertragen worden. Anfang der Woche hatte Robbie Williams mitgeteilt, es sei für ihn ein Jugendtraum, eine Fußball-Weltmeisterschaft vor 80.000 Fans im Stadion zu eröffnen. Er versprach seinen Fans eine «unvergessliche Show».

Der prominente Kreml-Kritiker Bill Browder hatte Williams im Vorfeld für dessen Auftritt in Moskau scharf kritisiert. «Es gibt viele Wege Geld zu verdienen, Robbie Williams, aber seine Seele an einen Diktator zu verkaufen, sollte keiner davon sein. Schäm Dich!», schrieb Browder auf Twitter als Reaktion auf Williams' Ankündigung, in Moskau aufzutreten.

Browder zählte mit seiner Fondsgesellschaft einst zu den größten Investoren in Russland. Der gebürtige US-Amerikaner mit britischer Staatsbürgerschaft hatte vor einigen Jahren durch die Enthüllung eines Finanzskandals internationale Sanktionen gegen Moskau auf den Weg gebracht. Browder selbst bezeichnet sich als «Staatsfeind Nummer eins» für Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

Auch Englands diskutierfreudiger Ex-Fußballstar Gary Lineker ging auf die provokante Geste des Popstars ein, wollte sich aber nicht an den Spekulationen über die Motive beteiligen. «Diese WM-Eröffnungsfeier war genauso Müll wie alle anderen. Fangt mit dem Fußball an», schrieb Lineker auf Twitter.

Pfalz-Ticker