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Sonntag, 25. Februar 2018 Drucken

Olympia-Nachrichten

Silber an Gastgeber Südkorea

Gold: Schwedens Curlerinnen entzücken ihren König

Olympiasieg

Die schwedischen Curlerinnen feiern den Olympiasieg. Foto: Natacha Pisarenko/AP

Schwedens Curlerinnen haben zum dritten Mal Gold bei Olympischen Winterspielen gewonnen. Ihre Gegnerinnen aus Südkorea müssen dennoch nicht allzu enttäuscht sein. Das «Team Kim» war die große Überraschung des Turniers.

Pyeongchang (dpa) - Das schwedische Curling-Team der Frauen hat den südkoreanischen Gastgebern der Winterspiele ein wenig die Party verdorben. Im Finale in Pyeongchang unterlag Südkorea den Schwedinnen um Skip Anna Hasselborg am letzten Wettkampftag 3:8.

Im nicht ganz ausverkauften Curling-Zentrum von Gangneung gaben die Koreanerinnen vor dem zehnten und letzten End auf, weil sie keine Chance mehr auf einen Sieg sahen. Schwedens Curlerinnen holten vor den Augen ihres Königs Carl XVI. Gustaf zum dritten Mal Olympia-Gold, zuvor hatten sich die Japanerinnen Bronze gesichert. 

Das «Team Kim» aus dem Gastgeberland, bei dem alle vier Spielerinnen denselben Nachnamen tragen, galt als die Überraschung des Turniers. In den ausländischen Medien wurden sie schon als die «olympischen Rockstars» gefeiert. Noch nie hatte ein südkoreanisches Team zuvor in dieser Disziplin ein Halbfinale bei Winterspielen erreicht.

Die Südkoreanerinnen, die von ihren einheimischen Fans auch die «Garlic Girls» (Knoblauch-Mädchen) genannt werden, eroberten mit ihrer unverhofften Siegesserie zuvor die Herzen des Publikums. Zugleich machten die vier Frauen Werbung für den eher wenig beachteten Sport.

Die Mannschaft um Skip Kim Eun Jeong, die Schwestern Kim Kyeong Ae und Kim Yeong Mi sowie Kim Seon Yeong stammen allesamt aus Uiseong in der östlichen Provinz Nord-Gyeongsan. Der Ort ist für seine Knoblauch-Produktion bekannt - daher auch der Spitzname. 

Bis zum Ende des Finals versuchten die etwa 3000 Zuschauer das heimische Team, zu dem noch Ersatzspielerin Kim Sho Hee gehörte, immer wieder neu zu motivieren. Dabei riefen sie «Korea fighting». Trotzdem herrschte in der Halle eine eher verhaltenere Stimmung als bei den meisten vorangegangenen Spielen. Die Schwedinnen, die von Südkorea in der Gruppenphase noch besiegt wurden, erwiesen sich diesmal als zu stark. 

Enttäuscht, aber nicht wirklich unglücklich schien Skip Kim Eun Jung (27) zu sein. «Das war die erste Medaille in der Curling-Geschichte Koreas. Wir haben unser Bestes gegeben», sagte sie nach dem Match. «Wir sind den koreanischen Zuschauern sehr dankbar.» 

Südkorea war im Finale ein strategisches Risiko eingegangen, nachdem die Spielerinnen in den vorangegangenen Spielen vor allem wegen ihrer aggressiven Spielweise aufgefallen waren. «Wir haben über unsere Strategie diskutiert, und heute spielten wir defensiver», sagte Kim Eun Jung. Nach einem Fehler am Anfang hätten sie aber diesmal nicht richtig ins Spiel gefunden. 

Auch von der versammelten Weltelite in Pyeongchang hatten sich Südkoreas Curlerinnen großen Respekt verschafft. Der Erfolg der Südkoreanerinnen sei für sie keine große Überraschung gewesen, sagte unterdessen die Schwedin Hasselborg. Auch sie freute sich über den guten Besuch an den Match-Tagen. «Das machte viel Spaß, diese Menge von Zuschauern zu sehen.»