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Sonntag, 25. Februar 2018 Drucken

Olympia-Splitter

Buntes aus Pyeongchang

Doppel-Olympiasiegerin Ledecka soll zur Comic werden

Ester Ledecka

Ihre Erfolgsgeschichte soll zu einem Comic werden: Super-G- und Snowboard-Olympiasiegerin Ester Ledecka. Foto: Michael Kappeler

Pyeongchang (dpa) - Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind sportlich Geschichte - alle Medaillen sind vergeben.

Die Deutsche Presse Agentur hat ein paar bunte Notizen von den Spielen in Südkorea zusammengetragen:

SPÄTE RÜCKKEHR: Eric Heiden, der amerikanische Olympia-Held von Lake Placid, hat 38 Jahre nach seinen fünf Olympiasiegen auf der Eisschnelllauf-Bahn erstmals wieder den Ort seines großen Triumphes von 1980 besucht. Von 3000 Menschen wurde der heute 59-Jährige beim Winterfest des Dorfes fast wie ein Rockstar begrüßt. Heiden ist bis heute der einzige Wintersportler, der fünfmal Gold bei denselben Spielen gewann. «Die Stadt hat sich nicht verändert», sagte Heiden, der heute als Chirurg arbeitet. «Kaum zu glauben, dass hier mal Olympische Winterspiele stattgefunden haben», fügte er hinzu.

HELDIN: Nach ihren beiden olympischen Goldmedaillen im Parallel-Riesenslalom auf dem Snowboard und im Super-G bei den alpinen Skirennfahrerinnen wird Ester Ledecka schon bald zur Comic-Heldin. Ihr Bruder will sie nach den Triumphen in Pyeongchang zum Cartoon-Star machen, sagte die Tschechin bei einer Pressekonferenz. Jonáš Ledecký ist in seiner Heimat bekannt für seine Kunstwerke, er entwarf auch die futuristischen Rennanzüge der 22-Jährigen. Als gutes Vorbild für den Nachwuchs sieht sich Ledecka selbst aber nicht: «Ich bin kein gutes Beispiel. Ich bin zu verrückt.»

UMWEG: Ein fataler Irrtum hat die österreichische Skilangläuferin Teresa Stadlober im letzten Wettbewerb dieser Winterspiele womöglich um eine Medaille gebracht. Hinter der überragenden Norwegerin Marit Björgen lag Stadlober am Sonntag über die 30 Kilometer im klassischen Stil plötzlich allein auf Platz zwei - bis sie neun Kilometer vor dem Ziel falsch abbog. «Jetzt bin ich schon drei Wochen da, wenn ich da die Strecke nicht kenne ...», sagte die 25-Jährige nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. «Es ist bitter, dass das an so einem Tag passiert, an dem alles zusammenpasst hätte.» Nach ihrem Umweg landete Stadlober am Ende nur auf Rang neun.

WETTE: Ein Funktionär des amerikanischen Ski-Verbandes hat nach dem Gold für Langläuferin Kikkan Randall im Team-Sprint eine alte Wette eingelöst. Der für Kommunikation zuständige Vizepräsident Tom Kelly hatte Randall vor zwölf Jahren versprochen, sich seinen Bart rosa färben zu lassen, sollte Randall jemals eine Olympia-Medaille holen. Am Mittwoch war es soweit, die 35-Jährige gewann zusammen mit Jessica Diggins überraschend Gold. Am Samstag löste Kelly bei einem Friseur im olympischen Dorf seine Wettschuld ein und ließ sich seinen grauen Bart pink färben.

PARTY: Passenderweise war es dem Party-Snowboarder Billy Morgan vorbehalten, das beste Abschneiden Großbritanniens bei Winterspielen zu besiegeln. Der 28-Jährige gewann Bronze im Big Air und sorgte damit für die fünfte britische Medaille. Die Bestmarken waren bisher viermal Edelmetall in Chamonix 1924 und in Sotschi 2014. Morgan feierte seinen Erfolg mit dem imaginieren Öffnen einer Bierflasche. Vor vier Jahren waren von ihm nach Platz zehn im Slopestyle Party-Bilder zu sehen, als er mit einem Toilettensitz um den Hals feierte.

SAUNABUSSE: Zum Abschluss der Winterspiele in Pyeongchang meinen die Busfahrer der olympischen Shuttles es noch einmal richtig gut. Wegen der frostigen Temperaturen draußen heizen sie ihre liebevoll geschmückten Busse bis zum Anschlag auf. Sportler, Funktionäre und Medienschaffende sollen auf keinen Fall frieren. «Im Bus habe ich das Gefühl, es sind 50 Grad», meinte Eiskunstlauf-Olympiasieger Bruno Massot. Und weil die Fahrer meist kein Englisch verstehen, ist manch eine Tour dann nur im Unterhemd zu ertragen.

ZIRKUS: Nach dem Überraschungssieg der schwedischen Biathleten mit der Männer-Staffel hat Startläufer Peppe Femling sein Erfolgsrezept verraten. In seiner Jugend stand der Weltranglisten-83. mit seinen Brüdern sechs Sommer lang in der Zirkus-Manege. «Da habe ich gelernt, den Fokus zu behalten», meinte er. Bei schwierigen Bedingungen am Schießstand hatte er sich nicht beirren lassen und nur einen Nachlader benötigt. «Leute, die mich kennen, wundern sich, wenn sie davon erfahren, denn sie sehen mich nicht als einen, der gerne im Fokus steht.» Außerdem habe sein Zirkus-Abenteuer auch für Koordination und Balance gesorgt: «Ich bin nicht so akrobatisch.»