Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Welche Folgen die Spielausfälle für die Eulen Ludwigshafen haben

Eulen-Trainer Ceven Klatt (links) und sein Assistent Frank Müller sind besonders gefordert in diesen Tagen und den kommenden Woc
Eulen-Trainer Ceven Klatt (links) und sein Assistent Frank Müller sind besonders gefordert in diesen Tagen und den kommenden Wochen.

Schon wieder ist ein Spiel der Eulen Ludwigshafen abgesagt worden. Am Samstag fällt die Partie gegen Dessau-Roßlau aus – wegen Corona bei den Gästen. Dem Zweitligisten blühen stressige Wochen. Zudem könnte sich die Lage zuspitzen.

Diesen Moment erlebten die Eulen Ludwigshafen vor Jahren. Vor der Corona-Pandemie waren zuletzt 2000 Zuschauer in der Friedrich-Ebert-Halle. Am Samstag gegen Dessau-Roßlau wären wieder 2000 Zuschauer gekommen. Sie werden nun nicht in die Halle strömen. Denn das Zweitliga-Duell gegen das Team aus der Partnerstadt Ludwigshafens ist kurzfristig abgesagt worden. Bei Dessau haben sich zahlreiche Spieler mit dem Coronavirus infiziert.

Damit schauen die Eulen zum zweiten Mal hintereinander in die Röhre. Schon vergangenen Samstag wurde das Spitzenspiel beim TV Hüttenberg einen Tag vorher abgesetzt – wegen Corona bei den Hessen. „Ich hätte beide Spiele gerne gespielt, weil wir in Hüttenberg unseren Sieg gegen Hamm-Westfalen hätten vergolden können“, sagt Eulen-Trainer Ceven Klatt. Zumal in Hüttenberg die beiden Leistungsträger Dominik Mappes und Hendrik Schreiber gegen Ludwigshafen verletzt hätten passen müssen. Doch ausgerechnet dann kamen mehrere Corona-Infektionen beim Tabellendritten hinzu…

Kein Termin mehr im März und April

Die beiden Absagen in Hüttenberg und nun zu Hause gegen Dessau-Roßlau haben auf den ersten Blick keine Auswirkungen. Angeschlagene Eulen-Spieler können sich erholen. Doch auf den zweiten Blick bringen die Absetzungen die Mannschaft unter Druck. Denn der Spielplan im März und April ist mit jeweils fünf Partien voll. Und die beiden nun ausgefallenen Spiele sind noch nicht terminiert. „Im Moment können wir noch alles planen“, sagt Klatt, „aber hinten raus wird es eng.“

Für die Spieler ist das Stress, sagt Martin Distler. Er ist der Internist der Eulen Ludwigshafen. „Ein Spieler bereitet sich mental auf eine Partie vor, doch dann fällt die Spannung rapide ab wegen der Absage“, sagt er. Prekärer sieht er die kommenden Wochen. „Ein Körper braucht 48 bis 72 Stunden, um sich nach einem intensiven Spiel gut zu erholen“, sagt Distler. Diese Zeit wird die Mannschaft aber im April und Mai nicht haben. „Es ist keine ideale Erholung, die die Handballer haben, denn nach den Spielen sollte der Körper ruhen. Da aber fährt die Mannschaft im Bus nach Hause und kommt erst in den Morgenstunden zurück. Manche Spieler gehen dann noch arbeiten“, sagt der Teamarzt.

Trainer nimmt Spieler hart ran

Von einer medizinisch professionellen Regeneration könne da keine Rede sein. Die kurzfristigen Spielausfälle werfen außerdem die Planungen des Trainerteams immer wieder über den Haufen. „Sie richten ihr Training ja auf die Belastungsspitzen aus. Doch diese finden dann nicht statt“, sagt Distler. So müsse der Coach die Belastungsphasen im Training immer wieder neu ausrichten.

Ceven Klatt ist sich dieser Situation bewusst. Er hat daher am Freitag die Spieler hart rangenommen. „Damit die Akkus leer sind“, sagt Klatt. Außerdem hat der 38-Jährige so eine Lage erahnt. In der Winterpause sprach er daher mit der Mannschaft über kurzfristige Absagen und die Folgen. „Wir können nur versuchen, gesund zu bleiben, denn jeder Ausfall würde eine zusätzliche Belastung für die anderen Spieler bedeuten.“

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