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Sonntag, 06. April 2014 Drucken

FCK

Vollgas-Versprechen

Von Oliver Sperk

Abwehrschreck: Der 1,91 Meter große FCK-Stürmer Mohamadou Idrissou ist nach wie vor vom Aufstieg überzeugt. (Foto: Kunz.)

FUSSBALL: Mo Idrissou will vielleicht doch beim 1. FC Kaiserslautern bleiben. Marcel Gaus ist noch angeschlagen. Er fehlt dem FCK auch heute gegen den VfL Bochum.

KAISERSLAUTERN. Ein Mohamadou Idrissou zweifelt nicht. Nein. Zu zweifeln, das gehört nicht gerade zu den prägendsten Eigenschaften des exzentrischen Stürmers des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. So ist Idrissou nach wie vor – nein: mehr denn je – davon überzeugt, dass er mit den Roten Teufeln den Bundesliga-Aufstieg noch schafft. Trotz des Rückstands auf die Aufstiegsplätze sechs Spiele vor Saisonschluss. Zweifel hin oder her: Ein wichtiger Schritt wäre ein Heimsieg heute (Anpfiff 13.30 Uhr) gegen den VfL Bochum.

 

Auf dem Weg zu diesem ersten kleinen Ziel fehlt heute weiterhin Außenbahnspieler Marcel Gaus. Gestern nach dem Abschlusstraining stand fest: Ein Einsatz nach seinem vor elf Tagen erlittenen Meniskuseinriss kommt zu früh. So blieb die Besetzung der Flügel die einzige offene Frage beim Taktikpuzzle von FCK-Trainer Kosta Runjaic. Eine Option für links ist Idrissou, wenn Srdjan Lakic und Simon Zoller stürmen. „Ich bin mit meinen Mannschaften dreimal aufgestiegen. Meine Erfahrung sagt mir: Wir haben die beste Position“, meint Idrissou. „Denn den Druck haben jetzt die anderen“, sagt der kamerunische Nationalspieler. Und siehe da: Das Überraschungsteam aus Paderborn patzte beim 1:2 gegen Düsseldorf.

 

Aufsteigen und dann mit Kamerun unter Trainer Volker Finke eine gute WM spielen, das sind Idrissous große Ziele für die nächsten Wochen.

 

Zudem wartet er – typisch Idrissou – mit einer kleinen Überraschung auf: Seinen vor zwei Wochen in einem Fernsehinterview offen verkündeten Abschied vom FCK sieht der Athlet, dessen Vertrag am 30. Juni ausläuft, nun doch nicht endgültig besiegelt. „Jeden Tag schreiben mir Fans, sprechen mich in der Stadt an und sagen: Mo, bitte bleib’ doch noch ein Jahr. Das freut mich sehr“, sagt der 34-Jährige. „Ich entscheide nach der Saison, wie es weitergeht. Es muss nicht sein, dass ich zu einem anderen Klub gehe. Vielleicht bleibe ich auch. Aber zuerst wollen wir aufsteigen.“

 

Abseits des Fußballplatzes machte der Torjäger zuletzt mit Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Vermietern und mit Autohändlern Schlagzeilen. „Es werden viele Lügen über mich verbreitet. Das habe ich nicht verdient“, sagt Idrissou, „ich habe meinem Vermieter die Kaution bezahlt und war mit der Miete nicht im Rückstand, keine Minute.“ Anwälte sollen die Sache aus der Welt schaffen. In seiner anderen Welt, als von den Verteidigern auf dem Platz gefürchteter Stürmer, ist Idrissou seit November ohne Tor. Vorige Saison war der lauffreudige Top-Zweikämpfer mit 18 Toren inklusive des Relegationstreffers bester FCK-Schütze.

 

Acht „Buden“ stehen für den 1,91 Meter großen Stürmer in dieser Runde zu Buche. 20 Tore hat er vor der Saison mit unnachahmlicher Selbstverständlichkeit versprochen – natürlich ohne zu zweifeln. Dieses Ziel wird der Top-Vorlagengeber bis Rundenende indes kaum noch erreichen. „Wir alle hatten zuletzt kein Glück. Aber ich fühle mich gut, ich spüre, dass das Glück jetzt zu mir zurückkommt. Zu mir und zu unserer Mannschaft“, sagt Idrissou wieder mit dieser Selbstverständlichkeit. Ob er und seine Kollegen die zuletzt arg zweifelnden Fans überzeugen? Heute haben sie die erste von noch sechs Gelegenheiten dazu. Sie geloben Vollgas.

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