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Freitag, 27. April 2018 Drucken

FCK

Union-Hauptsponsor mit FCK-Herz

HINTERGRUND: Harald Layenberger leidet in der Krise mit den Roten Teufeln

VON HORST KONZOK

Gast auf dem geliebten „Betze“: Harald Layenberger.

Gast auf dem geliebten „Betze“: Harald Layenberger. ( Foto: KUNZ)

«Rodenbach.» Der 1. FC Kaiserslautern sucht für die Saison 2018/19 einen Partner für die Trikotbrust. Die Trikots der Meistermannschaft von 1998, die am 8. September (15.30 Uhr) im Fritz-Walter-Stadion gegen eine DFL-Legenden-Elf spielt, ziert der Schriftzug der Rodenbacher Layenberger Nutrition Group GmbH. Das bestätigte Harald Layenberger, der geschäftsführende Gesellschafter. Er hat ein Herz für den FCK.

Der 61-Jährige hat das Unternehmen 1989 gegründet. Layenberger entwickelt diätische und funktionale, meist kohlehydratreduzierte Lebensmittel. Die Produktion hat das Unternehmen an fünf Firmen vergeben. Der Vertrieb wird von der Ende 2017 eingeweihten Firmenzentrale in Rodenbach im Landkreis Kaiserslautern aus gesteuert. Der Jahresumsatz 2017 wird mit rund 22 Millionen Euro beziffert.

Der Firmenchef liebt den Sport. Layenberger ist seit 2017 Sponsor des Handball-Drittligisten TuS Kaiserslautern-Dansenberg. Seit Sommer 2016 ist Layenberger Hauptsponsor des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin. „Der Vertrag läuft bis 2019 – ligaunabhängig. Ich bin in Berlin hauptsächlich Partner der Fans“, erklärt Layenberger. Ein Zufall machte den seit Kindesbeinen bekennenden Fritz-Walter-Verehrer und FCK-Fan – der Vater war 60 Jahre Ordner beim „Betze“ – zum Partner von Eisern Union. Harald Layenberger hatte beim Pokalspiel Union gegen FCK am 3. Dezember 2013 eine Loge für Freunde und Partner gemietet. Der FCK gewann 3:0. Die Fans von Eisern Union feierten ihre Mannschaft auf der Ehrenrunde. Layenberger fühlte sich an alte, glorreiche Lauterer Zeiten erinnert. Er war entflammt. Das baldige Angebot, Hauptsponsor bei Union zu werden, lehnte er erstmal halb empört ab: „Ich bin doch Pfälzer.“

Doch er ließ sich umstimmen. „Es sind die Menschen, die mich begeistern und faszinieren. Die Emotion der Menschen, die ich kennengelernt habe. Köpenick – das erinnert mich an die Zeiten des alten FCK. Diese Menschen spielen im Leben nicht in der Ersten oder Zweiten Liga ...“ Der starke familiäre Charakter, der Union trägt, beeindruckt den Geschäftsmann: „Ein Teil dieser Werte ist bei uns, beim FCK, verloren gegangen. Für mich war der Umgang mit Norbert Thines, als man ihn nach dem Abstieg 1996 stürzte, ein Werteverfall.“

Union wollte heuer nach den Sternen greifen, auch Layenberger ist enttäuscht von der Leistung 2017/18: „Mit der sportlichen Lage bei Union kann sicherlich niemand im oder um den Verein herum zufrieden sein. Das trifft selbstverständlich auch auf den Hauptsponsor zu. Eine derart verrückte Saison in der Zweiten Liga hat es bisher wohl noch nie gegeben. Union hatte letztes Jahr als Vierter 61 Punkte, damit würde man diese Saison wohl direkt aufsteigen.“

Beim FCK hatte sich Layenberger – verärgert vom damaligen Finanzvorstand Fritz Grünewalt – zwischenzeitlich ganz aus dem Sponsoring zurückgezogen. „Das lag einzig und allein an Fritz Grünewalt und seinem Benehmen. Ich habe damals gesagt, der FCK ist und bleibt mein Verein. Wenn Herr Grünewalt nicht mehr da ist, bin ich gerne bereit, mich wieder zu engagieren. Nach einer vierstündigen Aussprache mit Stefan Kuntz nach Grünewalts Ankündigung beim FCK auszuscheiden, habe ich das auch eingelöst. Wir sind ,Herz der Pfalz-Partner’ und seit dieser Saison auf den Auswechseltafeln vertreten“, sagt Layenberger, der Kuntz’ Abschied bedauert: „Stefan Kuntz war und wäre das beste Gesicht für den FCK. Sein Fehler war, dass er zu viel allein gemacht hat.“

Der mutmaßliche FCK-Abstieg deprimiert auch Layenberger: „Mich macht das unsagbar traurig. Die Stimmung im Stadion nach dem 0:1 gegen Dresden, von einer vielfach sichtbaren Schockstarre bis hin zu den unsäglichen Wutausbrüchen in der Westkurve, verdeutlicht, was momentan in unserer Region passiert. Ich überlege, was ich für meinen FCK tun kann. Ich bin zu weit von der tatsächlichen Situation des Vereins entfernt, um alles richtig beurteilen zu können. Mir ist aber klar, dass im positivsten Fall der Fälle wir ein Jahr Dritte Liga stemmen können. Das sollte jedem in der Region bewusst sein und deshalb muss jeder, der sich FCK-Fan nennt, mithelfen, diese letzte Chance zu nutzen.“

Kann er sich vorstellen, 2019 FCK-Hauptsponsor zu werden? Die Frage ist nicht neu, der 61-Jährige schließt nichts aus: „Früher habe ich mal gedacht, es wäre das Geilste auf der Welt, mit meinem Unternehmen auf der FCK-Brust zu sein. Aber da ist bei mir so viel Emotion! Vieles ist möglich, wenn ich in die Boxengasse einbiege. Ich bin jetzt 61, mein Ziel ist es, mich als Galionsfigur im Unternehmen ein bisschen zurückzuziehen ...“

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