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Fußball

1:0 beim VfB

Ulreich als Bayern-Held in alter Heimat

Held

Torhüter Sven Ulreich (M.) sicherte den Bayern den Sieg in Stuttgart. Foto: Marijan Murat

So wertvoll wie derzeit war Sven Ulreich für den FC Bayern noch nie. Nach anfänglichen Problemen ist er zu einem glänzenden Vertreter von Manuel Neuer geworden. Nach dem Auftritt in der alten Stuttgarter Heimat könnte er auch im Pokal gegen Dortmund entscheidend sein.

Stuttgart (dpa) - Diesen glänzend aufgelegten Sven Ulreich muss auch Borussia Dortmund fürchten. Als Stellvertreter des verletzten Weltmeister-Torhüters Manuel Neuer ist der 29-Jährige für den FC Bayern momentan wertvoll wie nie.

An alter Wirkungsstätte in Stuttgart rettete er als Elfmeter-Held in letzter Sekunde das glückliche 1:0 beim VfB. Wenn sich nun am Mittwoch alles auf den Pokal-Hit gegen den Dauerrivalen zuspitzt und das K.o.-Duell über das Münchner Zwischenzeugnis entscheidet, will Ulreich wieder Werbung in eigener Sache betreiben. «Er ist für uns Gold wert», schwärmte Trainer Jupp Heynckes. «Er ist immer stärker geworden.»

Seinem ehemaligen Arbeitgeber VfB Stuttgart hatte Ulreich unmittelbar vor dem Abpfiff den Hinrunden-Abschluss in der Fußball-Bundesliga verdorben. Im dramatischen Schlussakt bewahrte er die Ruhe, flog nach rechts unten - und parierte den schwach geschossenen Strafstoß von Chadrac Akolo. «Den Film kann man eigentlich nicht besser schreiben», sagte er und wollte von Genugtuung nichts wissen. «Natürlich freut man sich, wenn man hierher kommt und zeigen kann, was man dazu gelernt hat. Es war nicht einfach die letzten Jahren hier.»

90 Minuten plus Nachspielzeit war der einstige VfB-Hoffnungsträger ausgepfiffen, beschimpft und beleidigt worden - und trotzte all dem mit seiner Last-Minute-Tat. «Nur der Fußball schreibt solche Geschichten», meinte Niklas Süle, der den berechtigten Elfmeter nach Videobeweis mit einem Foul an Santiago Ascacibar verursacht hatte.

Von 1998 bis 2015 hat Ulreich für den VfB gespielt, war von der Jugend zum Profi aufgestiegen. Er selbst habe dann nicht auf einen Wechsel gedrängt, hatte er der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» gesagt. Die Vereinsführung habe ihm damals signalisiert, «nicht mehr bedingungslos» auf ihn zu setzen.

«Es ist traurig oder schade, wenn man hier so empfangen wird, wenn man hier 17 Jahre die Knochen hingehalten hat», sagte Ulreich. Er verzichtete am Samstag auf große Gesten, der späte und einzige Torschütze Thomas Müller (79. Minute) trieb ihn zum Jubeln an.

Seit Mitte September, seit dem erneuten Fußbruch von Neuer bietet sich dem Ersatzmann die unverhoffte Bühne. Bei dessen Rückkehr im kommenden Jahr rückt der Schorndorfer wieder auf die Bank. Auch negativ war zwischenzeitlich über seine Leistung debattiert worden, inzwischen hat Heynckes den Bayern-Bossen geraten, den im Sommer auslaufenden Vertrag zu verlängern.

Ulreichs Zukunft ist ungewiss. «Ich muss mir Gedanken machen, was das Richtige ist. Natürlich müssen beide Seiten wollen. Für mich steht nicht fest, was ich im Sommer machen werde», sagte er. Heynckes meinte: «Er hat Vertrauen, mein Vertrauen sowieso und die Anerkennung der Mannschaft.»

Für die Bayern läuft im Moment alles darauf hinaus, dass sie mit Heynckes und Ulreich den nächsten Meistertitel feiern. Nach der Hinserie sind die Münchner mit deutlichem Vorsprung enteilt. Nach dem neunten Sieg im zehnten Bundesliga-Spiel dieser Saison unter seiner Regie spendierte Heynckes seinen Stars einen freien Sonntag.

Die Bayern schleppen sich zum letzten Auftritt des Jahres, vor dem Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund sollen sie wenigstens kurz ausspannen und die Köpfe frei bekommen. Auch das Prestigeduell entscheidet über die Bilanz der Rückhol-Aktion des 72-Jährigen.

«Von der Anspannung, von der Bedeutung ist es das größte Spiel in Deutschland», sagte der frühere Dortmunder Mats Hummels. «Man merkt, dass es noch mal was anderes ist. Es kribbelt so ein bisschen. Es sind einfach geile Spiele, große Spiele.» Sollte es am Mittwoch zum Elfmeterschießen kommen, haben die Bayern ja einen Ulreich. Schon im Supercup gegen den BVB hatte er zwei Elfmeter pariert. Auch im Duell mit Leipzig hielt er den entscheidenden Schuss.

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