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Sonntag, 15. September 2019 Drucken

Fußball

«Riegel-Rudi»

Trainer-Legende Rudi Gutendorf mit 93 Jahren gestorben

Trainer-Legende

Rudi Gutendorf wird im Guinness-Buch der Rekorde als Trainer mit den meisten internationalen Engagements aufgeführt. Foto: Thomas Frey

Mit mehr als 50 Trainerstationen in über 30 Ländern hat sich Rudi Gutendorf einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde gesichert. Mit Spitznamen wie «Riegel-Rudi» oder «Rudi Rastlos» wurde er weltberühmt.

Berlin (dpa) - Der langjährige Fußball-Trainer Rudi Gutendorf ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Das bestätigte Gutendorfs Sohn telefonisch der Deutschen Presse-Agentur.

«Wir verlieren in ihm jemanden, der uns durch sein großes Herz und Positivität jeden Tag bereichert hat», hatte die Familie des Weltenbummlers zuvor in einer Mitteilung geschrieben. Der gebürtige Koblenzer starb am Freitagmorgen an Altersschwäche, wie sein Sohn Fabian erklärte.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) trauert um den langjährigen Trainer. «Rudi Gutendorf war weltweit ein herausragender Botschafter des deutschen Fußballs, was er für das Ansehen des deutschen Trainerwesens in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten geleistet hat, ist einzigartig», sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch in einer Verbandsmitteilung

Koch würdigte Gutendorf als «eine kluge, humorvolle und lebensfrohe Persönlichkeit, der DFB wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren». Er habe auch in Deutschland «seine Spuren hinterlassen, als Riegel-Rudi hat er ein Stück Bundesliga-Geschichte geschrieben», fügte Koch an. In der Bundesliga hatte der Fußball-Coach unter anderem den MSV Duisburg, den VfB Stuttgart und den FC Schalke 04 trainiert.

Mit über 55 Jobs in mehr als 30 Ländern wird Gutendorf im Guinness-Buch der Rekorde als Trainer mit den meisten internationalen Engagements aufgeführt. «Ich habe mein ganzes Leben nichts anderes gemacht als Fußball. Das ist mein Beruf geworden, und ich liebe diesen Job», hat Gutendorf einmal gesagt. Er arbeitete in Europa, Amerika, Afrika, Ozeanien und Asien und wurde wegen seiner Verdienste mit zwei Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet.

«Mit dem Fußball um die Welt» nannte Gutendorf daher auch sein Buch, das er im Jahr 2002 veröffentlichte - unmittelbar bevor er noch einmal die Nationalmannschaft von Samoa übernahm. Nachdem er als Spieler nie über die Oberliga hinaus gekommen war, wurde er als Trainer bekannt - und erwarb sich bei den Nationalverbänden kleinerer Länder einen guten Ruf. Vor Samoa betreute der Trainer unter anderem die Nationalteams aus Bermuda, Botswana, Grenada, Nepal sowie Trinidad und Tobago. Der frühere Weltverbands-Präsident Joseph Blatter nannte Gutendorf einst anerkennend «Fußball-Aufbauhelfer».

Mit Chile war Gutendorf, früher wegen seiner Defensivtaktik «Riegel-Rudi» genannt, auf dem Weg zur WM-Qualifikation 1974 und damit dem größten Erfolg seiner Laufbahn als Coach. Wegen des Militärputsches in dem südamerikanischen Staat musste er das Land jedoch verlassen.

Gutendorf habe «zahlreiche Menschen mit seiner Person und Arbeit positiv berührt», hieß es in der Mitteilung der Familie. «Es macht uns dankbar und stolz, unser Leben an seiner Seite verbracht zu haben, und wir werden ihn nie vergessen. Als «Rudi-Rastlos» war er immer ein Mensch voller Energie und Begeisterung für seine Familie und seinen geliebten Fußballsport.»

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