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Dienstag, 16. April 2019 Drucken

FCK

Interview: Dagmar Eckel über die Ziele der Horst-Eckel-Stiftung

Ein Interview von Horst Konzok

Dagmar Eckel mit Vater Horst, dem Weltmeister von 1954. (Foto: privat)

Dagmar Eckel, die Tochter des 54er-Weltmeisters Horst Eckel, führt als ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende die Horst-Eckel-Stiftung. Sportförderung, Altenarbeit und Jugendhilfe stehen auf dem Aktionsprogramm.

Frau Eckel, Sie waren bei der Ehrungsfeier der Sepp-Herberger-Stiftung in Spiez. Wie war’s?

Mein Vater hat den Horst-Eckel-Preis übergeben. Es war ein schöner und unterhaltsamer Abend mit vielen bekannten Gesichtern, sehr gut organisiert von der Sepp-Herberger-Stiftung, vertreten durch Geschäftsführer Tobias Wrzesinski und den Vorstandsvorsitzenden, DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg. Im Hotel Belvedere war die deutsche Nationalmannschaft 1954 untergebracht, auch heute spürt man noch, warum das Hotel damals ausgewählt wurde. Hier herrscht eine freundliche und gleichsam professionelle Atmosphäre, man fühlt sich wohl. Trotz Renovierungsarbeiten ist der Geist von Spiez zu spüren. So oft ich hier bin, werde ich in die Zeit von damals zurückversetzt und erlebe lebendige Geschichte. Wenn ich mit meinem Vater durch das Hotel gehe oder am See sitze und er mir von seinen Kameraden erzählt, dann sehe ich sie vor mir, wie sie beim Training scherzen und lachen, eben elf Freunde verbunden durch Kameradschaft, Zusammenhalt und die Liebe zum Fußball. Der Geist von Spiez lebt und wird weiterleben durch die Werte der 54er-Weltmeister. Diese Werte leben in mir und in der Horst-Eckel-Stiftung weiter.

 

Was war Ihre Motivation, die Horst-Eckel-Stiftung zu gründen?

Meine Motivation, die Stiftung vor zwei Jahre zu gründen, war und ist mein Vater! Mein Respekt, meine Bewunderung und die Liebe zu ihm. Er setzt sich immer für den guten Zweck ein und nimmt jeden Menschen wie er ist, ohne zu urteilen oder zu bewerten. Er hat uns Kinder gelehrt, sich nie über andere zu stellen und gemahnt, die Würde seines Gegenübers zu achten. Diese Werte und viele andere, die er von Sepp Herberger und Fritz Walter übernommen hat, versuche ich durch die Stiftung umzusetzen.

 

Was konkret tut die Stiftung?

Organisatorisch unterstützt wird unsere Stiftung von der Sepp-Herberger-Stiftung, vertreten mit großer Einsatzfreude, durch deren Geschäftsführer Tobias Wrzesinski. Das Leitbild der Stiftung heißt „Zukunft gemeinsam gestalten“. Der Zweck der Stiftung ist ausgerichtet auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Bereich Bildung und Sport. Sie will ältere Menschen näher an den Sport heranführen. Es geht um eine Zukunft, an der alle Generationen miteinander aktiv arbeiten und voneinander lernen, umgesetzt durch verschiedene Projekte und Veranstaltungen. Es sollen verantwortungsvolle Partner zusammengebracht werden, ein Doppelpass der neuen Wege. Und all das im Sinn der Wertvorstellungen und der Tradition meines Vaters. Ein wichtiger Gesichtspunkt für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt in der Herzensbildung, eine optimistische Grundhaltung bei Kindern zu fördern und sie stark für das Leben zu machen. Ein Motto ist: ein klarer Kopf, aber auch ein gutes Herz. „Ohne meinen Sport wäre ich nicht so fit im Alter geblieben“, das betont mein Vater immer wieder. Darum ist ein weiterer Zweck der Stiftung darauf ausgerichtet, ältere Menschen an den Sport heranzuführen. Es ist wichtig auch im Alter seinen Körper fit zu halten, das unterstützt die Gesundheit und fördert das Selbstbewusstsein. Verbunden werden beide Zwecke durch generationsübergreifende Projekte. Durch Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen und Kameradschaft kann viel erreicht und geschafft werden, selbst wenn man als Außenseiter ins Spiel geht.

 

Frau Eckel, Sie waren der Motor bei der „Heimkehr der Helden“, dem Spiel der Meistermannschaft von 1998. Der Reinerlös von 30.000 Euro wurde zu gleichen Teilen an die Fritz-Walter-Stiftung, die Betze-Engel und an die Horst-Eckel-Stiftung ausgezahlt. Ein schönes Zeichen eines Miteinanders …

Das Jubiläumsspiel für die 98er-Meistermannschaft hat Tailormade, die Firma von Oliver Meyer, ausgerichtet. Ich durfte bei der Organisation unterstützend zur Seite stehen. Das Ziel der Veranstaltung war es, die Spieler der 98er-Meistermannschaft für ihre herausragende Leistung auf dem Spielfeld und für ihr Engagement für den 1. FCK zu ehren, so sah es auch der Verein selbst, der mit im Boot war. Es war ein schönes Wiedersehen und Fest mit den Spielern. Ob und inwiefern dadurch Zeichen gesetzt worden sind, sollen andere entscheiden.

 

Am 18. Mai findet die erste Horst-Eckel-Gala statt. Warum in Morbach im Hunsrück?

Mit der Gala kehrt mein Vater an einen früheren Wirkungsort zurück. Etliche Jahre unterrichtete er an der Morbacher Realschule, die meine Schwester Susanne besuchte. Meine Mutter Hannelore führte das Sporthotel am Ort, wo ich in den Kindergarten ging. Die erste Horst-Eckel-Gala soll ein „Abend unter Freunden“ werden, schick, aber nicht abgehoben. Denn auch mein Vater ist immer bodenständig geblieben. Auch mit 87 ist er seiner Leidenschaft für den Fußball und den FCK treu geblieben. Er hat mit knapp 80 noch bei der Lotto-Elf mitgespielt. Lotto Rheinland-Pfalz unterstützt die Gala und andere Events der Horst-Eckel-Stiftung mit großem Engagement. Es soll ein Fest mit Herz und Seele werden, das die Gemeinde, die Mitveranstalter ist, unterstützt. Eventplaner Joachim Felka verspricht eine hochkarätige Show mit Fußball-Artisten des Musicals „Wunder von Bern“, und – dank Harald „Harry“ Layenberger – „Googs“ sowie „Accoustic Nation“. Durchs Programm führt Wolf-Dieter Poschmann.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

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