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Samstag, 01. September 2018 Drucken

FCK

Gesungenes FCK-Glaubensbekenntnis mit Gitarre

Von Maria Huber

Maria Huber

Marcus Sommer bei seinem Auftritt in der Fan-Loge.

Marcus Sommer bei seinem Auftritt in der Fan-Loge. ( Foto: Huber)

Betze-Geflüster: Warum Marcus Sommer nach dem Abstieg singen musste

„In guten und in schlechten Zeiten hab’ ich geschworn, zu Dir zu steh’n. Wenn Du mich brauchst, werd’ ich Dich begleiten, durch die Hölle mit Dir geh’n.“ Es klingt wie ein Glaubensbekenntnis, das Marcus Sommer da abgibt. Und es kommt an. Mit seiner Gitarre steht er in der Layenberger Fan-Loge, und alle scheinen seine Texte zu kennen, singen voller Inbrunst mit: „Unser Leben, unsere Liebe. Wir verlier’n gemeinsam, und wir feiern Siege. Wir sind Betze. FCK ein Leben lang!“, schallt es durch die Loge im oberen Stockwerk des Fritz-Walter-Stadions. Der FCK-Fan mit der Gitarre meint es ernst, was er da singt. Und findet, dass der Verein gerade jetzt solche Songs und seine Anhänger braucht.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Nicht jeder kam ins Stadion

„Ich hab’ das Lied nach dem Abstieg geschrieben“, erzählt der 42-Jährige. Dass er inzwischen in Ötigheim bei Pforzheim wohnt, hat seine Jugendliebe nicht erkalten lassen. Dazu war die Verbindung schon immer zu intensiv. Sommer ist in der Nähe von Grünstadt groß geworden. „Da war jeder FCK-Fan. Man hatte nicht weit ins Stadion.“ Reingekommen ist trotzdem nicht jeder. „Wenn man damals ins Stadion wollte, musste man Glück haben, dass ein Kumpel, der eine Dauerkarte hatte, nicht konnte und einem die Karte gegeben hat. Sonst hätte man keine Karte mehr bekommen.“

 

Der Lautern-Fan saugte die Atmosphäre auf, die so viel anders war als heute. „Damals gab es keine Vorsänger, es war alles viel mehr spielbezogen. Es gab weniger Gesang, es wurde mehr geschrien und gejubelt“, erinnert er sich.

Spiele schaut er nur noch im Fernsehen

Vor zwölf Jahren ist Sommer weggezogen. Anfangs hatten er und seine Frau noch eine Dauerkarte, doch als das erste Kind kam, wurden die Fahrten nach Lautern weniger. Inzwischen hat er zwei Kinder und verfolgt alle Spiele zumindest im Fernsehen. Aber seine Leidenschaft ist geblieben.

 

Die schon immer groß war. Vor etwa zehn Jahren nahm er eine FCK-CD auf. „Eine CD von Fans für Fans“, wie er sagt. Die Songs dazu wie der größte Hit „Willkommen in der Hölle“ fielen ihm fast alle nach einem Spiel ein, in dem es für seinen Verein um viel ging. „Der FCK stand kurz vor dem Abstieg in die Dritte Liga. Wir waren vorher im Urlaub auf Gran Canaria. Wir haben dort die zwei Spiele davor geguckt, sind dann direkt ins Stadion gefahren. Der FCK musste gegen Köln gewinnen. Als es angefangen hat zu regnen, hat der Stadionsprecher gesagt, dass Fritz Walter jetzt ein Zeichen schickt“, erinnert sich Sommer. Kurz darauf sei das erste Tor gefallen. Was er da an Emotionen erlebt hat, füllte das Album schnell. Sein nächstes war mehr bezogen auf die Fans, enthielt Fangesänge. Irgendwann hatte der Musiker „so ziemlich jede Floskel in Lieder gepackt“ und legte eine Pause ein.

 

Er war ja auch so genug solo und mit Band unterwegs. Er machte Deutsch-Rock, sang in Coverbands, verkaufte Schlager und Deutsche Welle als Rockversionen. War auch auf Mallorca auf Schlagerpartys unterwegs, trat in der Kultkneipe „Oberbayern“ mit Stars wie Jürgen Drews und Mickie Krause auf.

Keine FCK-Lieder in Stuttgart-Nähe

Inzwischen tritt der Pfälzer ab und zu in seiner neuen Heimat auf, mit Schlager, Rock und Gute-Laune-Songs. FCK-Lieder darf er da nur selten spielen. „Die sind ja alle eher VfB-Stuttgart-Fans.“ Seine Brötchen verdient Sommer mit Social-Media-Analysen, die er für Unternehmen erstellt.

 

Doch kürzlich hat es ihn wieder in den Fingern gejuckt. Und er hat sie wieder ganz deutlich gespürt, die Liebe zu diesem Verein. „Ausschlaggebend waren die Verpflichtung von Florian Dick und die Pressekonferenz, bei der der neue Sponsor vorgestellt wurde. Da habe ich gespürt, jetzt passiert was.“

Rockversion kommt noch

Sommer nahm die Gitarre in die Hand, ließ seinen Gefühlen freien Lauf und schrieb als Fan für die Fans. „Nichts kann uns trennen, nichts uns zerstör’n – egal, was kommt –, weil wir zusammen gehör’n ... Der Blick geht nur nach vorn. In unser’n Herzen brennt noch Licht.“ Der Song kommt an. Allein auf Youtube wurde er 2170-mal angeklickt. „Die Rockversion kommt noch“, verspricht Sommer. Er glaubt fest dran, dass der FCK das Ruder rumreißen kann. „Seit langem sind wieder Leute beim FCK, die Ahnung vom Sportlichen haben. Ich glaube, dass ihre Arbeit gut ist und hoffe, dass sie es schaffen.“ Für sich selbst hat der Musiker nicht so die großen Pläne. Einmal den Song im Stadion spielen? Er winkt ab. „Da wäre ich viel zu aufgeregt.“

 

 

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