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Samstag, 15. Juni 2019 Drucken

FCK

Fragen & Antworten: Streit im Beirat des FCK hat Spuren hinterlassen

Von Oliver Sperk und Horst Konzok

Zusammen für den FCK: Geschäftsführer Michael Klatt (links) und Vorstandsvorsitzender Wilfried de Buhr.

Zusammen für den FCK: Geschäftsführer Michael Klatt (links) und Vorstandsvorsitzender Wilfried de Buhr. ( Foto: VIEW)

Ein Jahr nach der Ausgliederung warten neben großen sportlichen auch organisatorisch immense Herausforderungen.

Warum war die Lage im Frühjahr so bedrohlich für den FCK?

„Wenn wir die Lizenz nicht bekommen hätten, hätten wir Insolvenz anmelden müssen“, sagt Michael Klatt, der kaufmännische Geschäftsführer der FCK Management GmbH.

Was sagen die FCK-Bosse dazu?

Das hausgemachte Theater, das öffentlich ausgetragene Hin und Her in der Investorenfrage mit dem offenbar nicht konkret ausgearbeiteten späten Angebot der regionalen Investoren Ende April und das plötzliche Infragestellen von Geschäftsführer Sport Martin Bader „hat unsere Geldgeber nervös gemacht“, sagt Klatt. Er betont: „Mitte April waren wir von einer Insolvenz extrem weit weg, da hatten wir einen klaren Plan. Ich habe ja immer gesagt: Für den Lizenzerhalt an sich brauchen wir noch keinen Großinvestor. Erst für die Zeit danach.“ Dann erreichte das Drama in der Pfalztheater-Außenstelle Betzenberg seinen Höhepunkt. „Wir haben das intern oft angesprochen: Das Bild des FCK in der Öffentlichkeit ist ein ganz schlimmes“, sagt Wilfried de Buhr, der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern e. V., beim Blick zurück auf die heiße Phase von Investorenentscheidung und Lizenzierung. „Eine solche Spaltung der Fangemeinde habe ich noch nie erlebt.“

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Was gab den Ausschlag für Flavio Becca, den künftigen Großinvestor?

„Ich habe bei der Sitzung eine systematische Analyse der Geschäftsleitung erlebt, was beide Angebote angeht“, sagt de Buhr. „Michael Klatt ist ein Vertreter eines absolut strukturierten Vorgehens. Die Geschäftsleitung hat ihre Empfehlung für Becca abgegeben. Wir waren unter gewaltigem Zeitdruck. Bedingt durch den längeren Vorlauf mit Becca, hat sich der Beirat für die seiner Ansicht nach größere Sicherheit entschieden, wir standen unmittelbar vor der Insolvenz.“ De Buhr ergänzt: „Da stand auch das mühsam erarbeitete Geld unserer Fans auf dem Spiel. Das durften wir nicht gefährden!“ 8,6 Millionen Euro haben Fans dem FCK via Kapilendo und über die alte sowie die neue Fan-Anleihe geborgt.

Was ist der Stand der Dinge bei den Vereinbarungen mit Becca?

„Wir haben einen Darlehensvertrag mit Investorenabrede mit Flavio Becca“, sagt Klatt. In der kommenden Woche soll in Luxemburg das weitere Vorgehen mit dem künftigen FCK-Investor besprochen werden. Dann geht es auch um die strittige Frage, wie viel der FCK wert ist. Beccas Vorschuss in Höhe von 2,6 Millionen Euro hat der FCK in Form einer Bürgschaft in Anspruch genommen. So funktioniere das Umwandeln in Eigenkapital am einfachsten, sagt Klatt.

Wie läuft es zwischen Kapitalgesellschaft und Verein?

„Grundsätzlich ist ein Spannungsfeld da“, sagt de Buhr, „aber Michael Klatt und ich haben ein gutes Vertrauensverhältnis zueinander gewonnen, das Vertrauen ist durch den Lizenzierungsprozess gewachsen.“ Klatt betont: „Verein und Kapitalgesellschaft sind zumindest in den ersten fünf Jahren in einer Haftungsgemeinschaft. Daher habe ich die Vereinsvorstände immer informiert gehalten.“

Wie geht es nach dem Rücktritt von Vorstand Andreas Buck weiter?

„Die Entscheidung Andreas Bucks hat mich überrascht und traurig gemacht, ich fühlte mich auch alleingelassen“, sagt de Buhr. Er meint: „Wir brauchen drei Vorstände, die den Verein ehrenamtlich führen. Ich bin mit ein, zwei Kandidaten in Gesprächen, entscheiden muss der Aufsichtsrat.“

Am Montag tagt der Vereinsrat. Es geht auch um das Geld für die Abteilungen und um eine etwaige außerordentliche Mitgliederversammlung zur Aussprache. Wie sinnvoll ist eine Extra-Versammlung?

Angesichts der Kürze der Zeit bis zur ordentlichen JHV im Dezember stellt sich die Kosten-Nutzen-Frage. Mit mindestens 50.000 bis 60.000 Euro Kosten rechnet de Buhr. Geld, das den Abteilungen dann fehlt. Der Sparkurs ist ohnehin hart, trifft viele Mitarbeiter auch in der Geschäftsstelle. Über 60 Prozent, sagt Klatt, seien in gut drei Jahren an Verwaltungs- und Stadionbetriebskosten gespart worden.

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